Saunasteine sind das Herzstück jedes Aufgusses – und trotzdem machen sich die wenigsten Leute Gedanken darüber, welche Steine sie in den Ofen legen. Ich habe vier verschiedene Steinarten über mehrere Monate getestet und dabei Erstaunliches festgestellt: Der Unterschied zwischen billigen und hochwertigen Steinen ist deutlich spürbar, vor allem beim Dampf und bei der Haltbarkeit.
In diesem Test erkläre ich dir, welche Steinart für deine Sauna am besten geeignet ist, wie oft du die Steine wechseln solltest und warum manche Steine beim Aufguss regelrecht zerplatzen können. Spoiler: An den Saunasteinen zu sparen ist eine der schlechtesten Ideen beim Sauna-Zubehör.
Die 4 besten Saunasteine im Vergleich



Olivin-Diabas ist der Klassiker unter den Saunasteinen – und das aus gutem Grund. Diese Steine speichern die Wärme hervorragend und geben beim Aufguss einen weichen, gleichmäßigen Dampf ab. Nach sechs Monaten intensiver Nutzung (zwei bis drei Saunagänge pro Woche) zeigen meine Olivin-Diabas-Steine kaum Verschleiß. Die Korngröße von 5–10 cm passt perfekt für die meisten Heimsaunaöfen und sorgt für gute Luftzirkulation zwischen den Steinen.
- Hervorragende Wärmespeicherung und gleichmäßiger Dampf
- Sehr temperaturbeständig – kein Platzen oder Splittern
- Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis im Test
- Für alle Saunaöfen geeignet
- Müssen alle 1–2 Jahre ausgetauscht werden
- Anfangs leichter Geruch beim ersten Aufheizen
- Einige Steine im Sack sind manchmal zu klein
Der finnische Olivin ist die Premium-Variante und wird direkt aus Finnland importiert. Die Steine sind spürbar dichter und schwerer als der Standard-Olivin-Diabas. Beim Aufguss fällt auf: Der Dampf ist noch weicher und hält länger an. Die höhere Dichte bedeutet auch eine längere Lebensdauer – ich schätze, dass diese Steine mindestens doppelt so lange halten wie günstigere Alternativen. Der Aufpreis lohnt sich, wenn du regelmäßig saunierst.
- Höchste Dichte und Wärmespeicherung im Test
- Besonders weicher, angenehmer Dampf
- Sehr langlebig – 2–3 Jahre bei normaler Nutzung
- Kein unangenehmer Geruch beim ersten Aufheizen
- Teurer als Standard-Olivin-Diabas
- Nicht immer sofort lieferbar
- Schwerer – Ofenbelastung beachten



Speckstein ist bekannt für seine außergewöhnliche Wärmespeicherung – und das merkt man sofort. Die Steine brauchen zwar etwas länger zum Aufheizen, geben die Wärme dann aber über einen sehr langen Zeitraum gleichmäßig ab. Das bedeutet: Selbst wenn der Ofen schon runtergeregelt hat, bleiben die Steine noch heiß genug für einen guten Aufguss. Nachteil: Speckstein ist weicher und kann bei grober Handhabung brechen.
- Längste Wärmeabgabe aller getesteten Steine
- Angenehm milder Dampf
- Extrem langlebig bei korrekter Nutzung
- Auch optisch sehr ansprechend (grau-grüne Färbung)
- Höherer Preis als Standard-Saunasteine
- Weicher als Olivin – kann bei Stößen brechen
- Längere Aufheizzeit notwendig



Keramik-Saunasteine sind relativ neu auf dem Markt und polarisieren. Die runden Keramikkugeln sehen modern aus und haben den Vorteil, dass sie praktisch unzerstörbar sind – kein Splittern, kein Brechen, keine Staubentwicklung. Der Dampf ist allerdings anders als bei Natursteinen: schneller, intensiver, aber auch kürzer. Ich finde sie als Ergänzung zu Natursteinen interessant, würde den Ofen aber nicht komplett damit füllen.
- Nahezu unzerstörbar – kein Austausch nötig
- Keine Staubentwicklung
- Sehr schnelle Aufheizzeit
- Modernes Design als optischer Hingucker
- Teuerste Option pro Kilogramm
- Dampf-Erlebnis anders als bei Natursteinen
- Für Puristen gewöhnungsbedürftig
- Wärmespeicherung kürzer als bei Speckstein
Vergleichstabelle: Saunasteine im Überblick
| Steinart | Wärmespeicherung | Haltbarkeit | Dampfqualität | Preis / 20 kg |
|---|---|---|---|---|
| Olivin-Diabas ★ | Sehr gut | 1–2 Jahre | Weich, gleichmäßig | 29 € |
| Finn. Olivin | Exzellent | 2–3 Jahre | Sehr weich, lang | 39 € |
| Speckstein-Mix | Exzellent | 3–5 Jahre | Mild, langanhaltend | 49 € |
| Keramik | Gut | Unbegrenzt | Intensiv, kurz | 59 € (10 kg) |
Kaufberatung: Alles über Saunasteine
Wie viele Saunasteine brauche ich?
Die benötigte Steinmenge hängt von deinem Saunaofen ab. Die meisten Heimsaunaöfen nehmen zwischen 15 und 30 kg Steine auf. Der Hersteller gibt die genaue Menge in der Anleitung an – halte dich unbedingt daran. Zu wenige Steine führen zu schlechtem Dampf, zu viele behindern die Luftzirkulation und können den Ofen überlasten.
Wie oft muss ich die Steine wechseln?
Bei regelmäßiger Nutzung (2–3 Mal pro Woche) solltest du die Steine einmal im Jahr kontrollieren. Nimm alle Steine raus, sortiere gebrochene oder stark verkleinerte Steine aus und schichte den Rest neu auf. Olivin-Diabas hält etwa 1–2 Jahre, Speckstein deutlich länger. Keramik muss praktisch nie getauscht werden. Mehr zur Wartung deines Saunaofens findest du in unserem ausführlichen Leitfaden.
Warum zerplatzen manche Saunasteine?
Steine können platzen, wenn Wasser in feine Risse eindringt und beim Aufguss schlagartig verdampft. Das passiert vor allem bei minderwertigen Steinen oder bei Steinen, die schon stark verwittert sind. Darum immer hochwertige, spezielle Saunasteine verwenden – niemals Steine aus dem Garten oder vom Baumarkt. Das kann im schlimmsten Fall gefährlich werden.
Richtig aufschichten – so geht’s
Die größten Steine kommen nach unten, die kleinsten nach oben. Zwischen den Steinen muss Luft zirkulieren können – also nicht zu eng stapeln. Die Steine sollten den Heizstab nicht direkt berühren, sondern locker darauf aufliegen. Bei elektrischen Öfen die Steine vorsichtig zwischen die Heizelemente legen, ohne Gewalt anzuwenden. Diese Technik ist besonders wichtig, wenn du eine Kellersauna einrichtest, wo die richtige Belüftung des Ofens entscheidend ist.
Mein Fazit
Für die meisten Saunabesitzer ist Olivin-Diabas die beste Wahl: bewährte Qualität, fairer Preis und ein hervorragendes Dampf-Erlebnis. Wer bereit ist, etwas mehr auszugeben, greift zum finnischen Olivin – die spürbar bessere Dampfqualität und längere Haltbarkeit rechtfertigen den Aufpreis. Speckstein ist ideal für Saunafans, die lange, milde Aufgüsse lieben. Und Keramik-Saunasteine sind eine interessante moderne Alternative – am besten als Beimischung zu Natursteinen. Die richtigen Steine machen den Unterschied zwischen einer durchschnittlichen und einer echten Wohlfühl-Sauna, egal ob du dich für eine finnische Sauna oder Bio-Sauna entscheidest. Zusammen mit einem passenden Aufguss-Set holst du das Maximum aus deiner Heimsauna heraus.
Häufige Fragen
Nein, auf keinen Fall. Normale Steine aus dem Garten oder vom Flussbett können Wasser einschließen und bei hohen Temperaturen explosionsartig zerplatzen. Das ist lebensgefährlich. Verwende ausschließlich für Saunaöfen zugelassene Steine wie Olivin-Diabas, Speckstein oder spezielle Keramiksteine.
Harvia empfiehlt Olivin-Diabas-Steine in der Korngröße 5–10 cm. Die meisten Harvia-Öfen haben eine Steinkapazität von 20–50 kg. Achte auf die genaue Angabe in deiner Ofen-Anleitung. Grundsätzlich funktionieren alle handelsüblichen Saunasteine in Harvia-Öfen, solange du die richtige Korngröße wählst.
Typische Anzeichen sind: Die Steine zerfallen beim Anfassen, es bildet sich Staub auf dem Ofenboden, der Dampf beim Aufguss wird schwächer oder ungleichmäßiger, und die Aufheizzeit verlängert sich deutlich. Wenn du beim Kontrollieren merkst, dass mehr als ein Drittel der Steine gebrochen ist, solltest du alle Steine komplett tauschen.
Grundsätzlich ja, aber mit Einschränkungen. Premium-Steine wie finnischer Olivin haben eine höhere Dichte, halten deutlich länger und liefern einen besseren Dampf. Der Unterschied ist beim direkten Vergleich spürbar. Allerdings ist Standard-Olivin-Diabas für 29 Euro bereits eine sehr gute Wahl und für die meisten Heimsaunabesitzer völlig ausreichend. Speckstein und Keramik lohnen sich vor allem für Vielsaunierer.