Installation

Kellersauna einbauen: Komplett-Anleitung 2026

Eine Sauna im Keller einzubauen ist eines der lohnendsten Projekte, die du als Hausbesitzer umsetzen kannst. Ich habe vor drei Jahren meine eigene Kellersauna installiert und dabei so ziemlich jeden Fehler gemacht, den man machen kann – damit dir das nicht passiert, habe ich diese Komplett-Anleitung geschrieben. Hier erfährst du Schritt für Schritt, worauf es wirklich ankommt.

Der Keller ist der perfekte Standort für eine Heimsauna: gleichmäßige Temperaturen, keine direkte Sonneneinstrahlung und in der Regel genug Platz. Aber es gibt auch Fallstricke – vor allem bei der Belüftung und dem Feuchtigkeitsschutz. Wenn du diese Punkte von Anfang an richtig angehst, wirst du jahrelang Freude an deiner Kellersauna haben.

Schritt 1: Voraussetzungen prüfen

Raumgröße und Deckenhöhe

Dein Kellerraum sollte mindestens 6–8 m² groß sein, um eine 2-Personen-Sauna plus ausreichend Bewegungsfläche unterzubringen. Die Deckenhöhe ist ein häufiger Knackpunkt: Mindestens 210 cm braucht die Sauna selbst, plus 10–20 cm Abstand zur Kellerdecke. Bei niedrigen Kellerdecken unter 220 cm wird es eng – hier lohnt sich ein Blick auf Modelle für begrenzte Räume, die speziell für beengte Verhältnisse konzipiert sind.

Statik und Tragfähigkeit

Eine fertige Sauna mit Ofen, Steinen und nassen Holzbänken wiegt schnell 300–500 kg. Das ist für die meisten Kellerdecken kein Problem, da die Last auf einer großen Fläche verteilt wird. Trotzdem solltest du bei älteren Gebäuden sicherheitshalber einen Statiker fragen – besonders wenn du eine große 4-Personen-Kabine planst.

Wichtig: Prüfe vor dem Einbau, ob die Kellerwände und der Boden trocken sind. Feuchte Keller sind für eine Sauna problematisch, weil die zusätzliche Feuchtigkeit durch den Saunabetrieb Schimmelbildung massiv begünstigt. Ein Feuchtigkeitstest mit einem Messgerät kostet unter 20 € und kann dir viel Ärger ersparen.

Schritt 2: Belüftung planen

Die Belüftung ist der wichtigste Punkt beim Kellersauna-Einbau – und gleichzeitig der, der am häufigsten vernachlässigt wird. Ohne ausreichende Lüftung sammelt sich Feuchtigkeit im Keller, und innerhalb weniger Monate hast du ein ernsthaftes Schimmelproblem. Ich habe einen eigenen Artikel zur Kellersauna-Belüftung geschrieben, weil das Thema so wichtig ist.

Zuluft und Abluft

Jede Kellersauna braucht eine Zuluftöffnung (frische Luft kommt rein) und eine Abluftöffnung (feuchte Luft geht raus). Die Zuluft sollte in der Nähe des Ofens positioniert sein, die Abluft idealerweise auf der gegenüberliegenden Seite, möglichst weit oben. Als Faustregel gilt: Die Zuluftöffnung sollte etwa 100–150 cm² groß sein, die Abluft mindestens genauso groß.

Raumlüftung nach dem Saunieren

Nach jedem Saunagang musst du den Kellerraum gründlich durchlüften. Ideal ist ein Fenster, das du öffnen kannst. Wenn dein Keller kein Fenster hat, brauchst du einen mechanischen Lüfter, der die feuchte Luft nach draußen transportiert. Ein einfacher Rohrventilator mit 100–150 m³/h Leistung reicht für die meisten Kellerräume aus.

Tipp: Installiere einen Hygrometer im Kellerraum (nicht in der Sauna). Wenn die Luftfeuchtigkeit nach dem Saunieren nicht innerhalb von 2–3 Stunden unter 60 % fällt, ist deine Lüftung nicht ausreichend.

Schritt 3: Stromanschluss vorbereiten

Die meisten Saunaöfen ab 4,5 kW benötigen einen Starkstromanschluss (400 V / 3-phasig). Das muss zwingend ein zugelassener Elektriker machen – daran führt kein Weg vorbei, und daran solltest du auch nicht sparen. Rechne mit Kosten von 200–600 € für den Elektriker, je nachdem, wie weit der Sicherungskasten entfernt ist.

Was der Elektriker braucht

Teile dem Elektriker die genaue Ofenleistung mit (z. B. 8 kW), damit er den passenden Leitungsquerschnitt und die richtige Sicherung wählt. Für einen 8-kW-Ofen ist typischerweise eine 5×2,5 mm² Leitung mit 16-A-Sicherung nötig. Der Ofen muss über einen separaten Stromkreis laufen – nicht zusammen mit Waschmaschine oder Trockner.

Wichtig: Einen Starkstromanschluss selbst zu legen ist nicht nur gefährlich, sondern auch illegal. Ohne Abnahme durch einen Fachbetrieb erlischt dein Versicherungsschutz. Im Schadensfall bleibst du auf allen Kosten sitzen.

Schritt 4: Bodenbelag wählen

Der Boden unter und um die Sauna muss feuchtigkeitsbeständig sein. Fliesen sind die beste Wahl: leicht zu reinigen, wasserresistent und langlebig. Vinyl- oder PVC-Boden funktioniert ebenfalls, solange er für Feuchträume geeignet ist. Auf keinen Fall Laminat, Parkett oder Teppich – die sind nach wenigen Monaten hinüber.

Wenn dein Kellerboden bereits gefliest ist, hast du Glück. Ansonsten reicht es, den Bereich unter der Sauna plus einen Streifen von 50 cm drumherum zu fliesen. Der Rest des Raums kann so bleiben, wie er ist.

Schritt 5: Dampfsperre anbringen

Bei einer Fertigsauna ist die Dampfsperre in der Regel schon integriert. Wenn du deine Sauna selbst baust, musst du die Dampfsperre sorgfältig von innen an Wände und Decke der Kabine anbringen. Die Dampfsperre verhindert, dass Feuchtigkeit aus dem Saunainnenraum in die Dämmung und ins Mauerwerk eindringt.

Für Fertigkabinen gilt: Stelle die Sauna nicht direkt an die Kellerwand. Lasse mindestens 5–10 cm Abstand, damit Luft zirkulieren kann und sich keine Feuchtigkeit zwischen Sauna und Wand sammelt.

Schritt 6: Sauna aufbauen

Vorbereitung

Breite alle Teile im Kellerraum aus und prüfe die Vollständigkeit anhand der Stückliste. Nichts ist ärgerlicher, als beim Aufbau festzustellen, dass ein Teil fehlt. Leg dir Akkuschrauber, Wasserwaage, Zollstock und einen Gummihammer bereit. Zu zweit aufbauen ist Pflicht – die Wandelemente sind sperrig und zu schwer für eine Person.

Aufbaureihenfolge

Die genaue Reihenfolge hängt vom Hersteller ab, aber grundsätzlich gilt: Erst den Boden ausrichten, dann die Wandelemente aufstellen und verbinden, danach die Decke aufsetzen. Zum Schluss kommen Bänke, Ofen, Tür und Zubehör. Achte penibel darauf, dass alles im Lot ist – eine schiefe Sauna sieht nicht nur blöd aus, sondern die Tür schließt dann auch nicht richtig.

Schritt 7: Erstinbetriebnahme

Vor dem ersten richtigen Saunagang musst du die Sauna zwei bis drei Mal auf volle Temperatur aufheizen – ohne selbst drin zu sitzen. Das hat zwei Gründe: Erstens müssen die Saunasteine einmal komplett durchgeheizt werden, damit sie keine Feuchtigkeit mehr enthalten. Zweitens riecht neues Holz beim ersten Aufheizen ziemlich intensiv – das verfliegt nach ein paar Zyklen. Nach dieser Phase ist die richtige Pflege und Reinigung entscheidend für die Langlebigkeit deiner Kabine.

Tipp: Beim ersten Aufheizen die Sauna auf mindestens 90 °C bringen und eine Stunde bei dieser Temperatur halten. Fenster im Kellerraum dabei öffnen, damit der Holzgeruch abziehen kann. Nach dem dritten Aufheizzyklus ist die Sauna einsatzbereit.

Kostenschätzung: Was kostet eine Kellersauna?

Position Kosten (ca.) Bemerkung
Saunakabine 1.500–5.000 € Je nach Größe und Hersteller
Saunaofen 300–1.200 € Oft nicht im Kabinenpreis enthalten
Elektroinstallation 200–600 € Starkstromanschluss durch Elektriker
Bodenbelag (Fliesen) 100–400 € Falls noch nicht vorhanden
Belüftung 50–300 € Rohrventilator falls kein Fenster
Zubehör 50–200 € Kübel, Kelle, Thermometer etc.
Gesamt 2.200–7.700 €

Wer auf das Budget achten muss, findet in meinem Artikel über Heimsaunas unter 2.000 Euro erschwingliche Kabinen, die sich gut für den Keller eignen.

Mein Fazit

Eine Kellersauna einzubauen ist kein Hexenwerk, wenn du die Grundregeln beachtest: trockener Keller, gute Belüftung, professioneller Stromanschluss und ein feuchtigkeitsbeständiger Boden. Die meisten Fehler passieren bei der Lüftung – investiere hier lieber etwas mehr Zeit und Geld, als später Schimmelprobleme zu bekämpfen. Wenn du alle Schritte dieser Anleitung befolgst, steht deinem ersten Saunagang im eigenen Keller nichts mehr im Weg.

Häufige Fragen

In den meisten Bundesländern ist keine Baugenehmigung für eine Sauna im Innenbereich erforderlich. Die Sauna gilt als technische Einrichtung, ähnlich einer Badewanne. Allerdings muss der Stromanschluss fachgerecht installiert und abgenommen werden. Bei Mietwohnungen benötigst du die schriftliche Genehmigung des Vermieters.

Ein bereits feuchter Keller ist problematisch, weil die zusätzliche Feuchtigkeit durch den Saunabetrieb die Situation verschlimmert. Bevor du eine Sauna einbaust, solltest du die Feuchtigkeitsursache beheben (z. B. durch Abdichtung oder Drainage). Erst wenn der Keller trocken ist und die Luftfeuchtigkeit dauerhaft unter 65 % liegt, ist er für eine Sauna geeignet.

Den reinen Aufbau einer Fertigkabine schaffst du zu zweit an einem Tag (4–8 Stunden). Dazu kommt die Vorbereitung: Boden fliesen (1–2 Tage), Elektrik verlegen lassen (halber Tag) und Belüftung einrichten (halber Tag). Plane insgesamt ein verlängertes Wochenende ein, plus die Trocknungszeit der Fliesen (24 Stunden).

Der Raum um die Sauna herum erwärmt sich je nach Isolierung der Kabine um 3–8 °C. Das ist in der Regel unbedenklich. Empfindliche Gegenstände (Farben, Chemikalien, Lebensmittel) solltest du trotzdem nicht direkt neben der Sauna lagern. Die Feuchtigkeit im Raum steigt deutlich stärker an als die Temperatur – deshalb ist die Lüftung so wichtig.

Den Aufbau einer Fertigkabine kannst du als halbwegs handwerklich begabter Mensch problemlos selbst erledigen. Was du nicht selbst machen solltest: den Starkstromanschluss (Elektriker) und bei Bedarf die Installation eines mechanischen Lüftungssystems. Für den Saunaaufbau brauchst du einen Helfer – alleine ist es kaum machbar, da die Wandelemente sperrig und schwer sind.