Infrarotkabinen werden immer beliebter – und das völlig zurecht. Die Vorteile gegenüber einer klassischen finnischen Sauna sind gerade für den Heimgebrauch überzeugend: weniger Platzbedarf, niedrigere Betriebskosten und eine schonendere Wärme, die auch für Menschen mit Kreislaufproblemen angenehm ist. Ich habe fünf der aktuell beliebtesten Infrarotkabinen über mehrere Wochen getestet.
Mein Fokus lag dabei auf dem Praxistest: Wie gleichmäßig ist die Wärmeverteilung? Spürt man einen echten Unterschied zwischen den Strahlertypen? Und halten die Versprechen der Hersteller, was Gesundheitseffekte angeht? Wer sich generell unsicher ist, ob eine Infrarotkabine oder eine finnische Sauna besser passt, findet in meinem Vergleichsartikel die Antwort.
Die 5 besten Infrarotkabinen im Test



Die Physiotherm MyOne ist mein klarer Testsieger – und das hat seinen Preis. Physiotherm ist eine österreichische Marke, die seit über 25 Jahren Infrarotkabinen entwickelt, und das merkt man sofort. Die patentierten Niedrigtemperaturstrahler (Sensocare) erzeugen eine gleichmäßige Tiefen-Wärme, die sich spürbar von billigeren Modellen unterscheidet. Nach 30 Minuten in der MyOne fühle ich mich, als hätte ich eine professionelle Wärmetherapie hinter mir.
- Patentierte Sensocare-Strahler für gleichmäßige Tiefen-Wärme
- Medizinisch fundierte Infrarot-Technologie
- Hervorragende Verarbeitungsqualität (Made in Austria)
- Sehr leiser Betrieb, angenehme Atmosphäre
- Hoher Preis für eine 1-Personen-Kabine
- Nur für eine Person ausgelegt
- Wartezeit bei Bestellung (4–6 Wochen)



Die Artsauna Nyborg ist der absolute Preis-Leistungs-Knaller in diesem Test. Für unter 900 Euro bekommst du eine solide günstige Infrarotkabine mit Dual-Strahler-Technologie (Keramik & Fläche), die überraschend gut funktioniert. Natürlich reicht sie qualitativ nicht an die Physiotherm heran, aber für den Einstieg in die Infrarot-Welt ist sie perfekt. Das integrierte Soundsystem mit Bluetooth ist ein nettes Extra.
- Hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis
- Dual-Strahler-System (Keramik + Fläche)
- Bluetooth-Soundsystem integriert
- Einfacher Aufbau in unter 2 Stunden
- Wärmeverteilung nicht so gleichmäßig wie bei Premium-Modellen
- Holzqualität (Hemlock) eher durchschnittlich
- Bedienfeld wirkt etwas billig



Die Dewello Pierson ist mein Favorit für Paare. Mit Platz für 2 Personen und hochwertigen Vollspektrum-Strahlern bietet sie ein überzeugendes Gesamtpaket zum fairen Preis. Was mich besonders beeindruckt hat: Die Wärmeverteilung ist dank der strategisch platzierten Strahler an Rücken, Waden und Seiten wirklich gleichmäßig. Mehr dazu in meinem Vergleich der besten 2-Personen-Infrarotkabinen.
- Vollspektrum-Strahler für intensive Tiefen-Wärme
- Gleichmäßige Wärmeverteilung durch 6 Strahler
- Geräumig für 2 Personen
- Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
- Aufheizzeit der Vollspektrum-Strahler etwas länger
- Steuerung nur über Kabinen-Display (keine App)
- Glastür etwas schwergängig



Weka ist vor allem für finnische Saunen bekannt, hat aber mit der Tanilla eine überzeugende Infrarotkabine im Programm. Das Besondere: Sie kombiniert Vollspektrum-Strahler mit einem Flächenstrahler im Fußbereich. Das Ergebnis ist eine angenehme Rundum-Wärme, die ich bei keinem anderen Modell so intensiv erlebt habe. Die Verarbeitungsqualität ist typisch Weka – solide und zuverlässig.
- Kombination aus Vollspektrum- und Flächenstrahlern
- Intensive Rundum-Wärme bis in die Füße
- Solide Weka-Verarbeitung
- Hochwertige Hemlock-Tanne
- Höherer Preis als vergleichbare Modelle
- Für 2 Personen etwas eng
- Höherer Stromverbrauch durch Strahler-Kombi



Die Home Deluxe Redsun M ist mit 749 Euro die günstigste Kabine im Test – und für Einsteiger eine überlegenswerte Option. Die Keramikstrahler liefern eine ordentliche Wärme, auch wenn sie nicht an die Qualität der teureren Modelle heranreicht. Für gelegentliche Entspannungssessions nach dem Sport oder an kalten Winterabenden reicht die Redsun völlig aus.
- Günstigste Infrarotkabine im Test
- Platz für 2 Personen trotz niedrigem Preis
- Ionisator für bessere Luftqualität
- Schneller Versand und einfacher Aufbau
- Nur Keramikstrahler – weniger Tiefen-Wärme
- Holzqualität und Verarbeitung eher einfach
- Wärme im unteren Bereich spürbar schwächer
Vergleichstabelle: Alle 5 Infrarotkabinen auf einen Blick
| Modell | Strahlertyp | Personen | Leistung | Preis ca. |
|---|---|---|---|---|
| Physiotherm MyOne ★ | Sensocare | 1 | 1.600 W | 2.990 € |
| Artsauna Nyborg | Keramik + Fläche | 1–2 | 1.600 W | 899 € |
| Dewello Pierson | Vollspektrum | 2 | 2.100 W | 1.299 € |
| Weka Tanilla | Vollspektrum + Fläche | 1–2 | 2.400 W | 1.899 € |
| Home Deluxe Redsun M | Keramik | 2 | 1.750 W | 749 € |
Kaufberatung: Worauf du bei einer Infrarotkabine achten solltest
Strahlertypen verstehen
Der wichtigste Faktor bei einer Infrarotkabine ist der Strahlertyp. Es gibt drei Hauptkategorien: Keramikstrahler erzeugen eine punktuelle, intensive Wärme. Flächenstrahler (meist aus Karbon) verteilen die Wärme gleichmäßiger über eine große Fläche. Vollspektrum-Strahler decken das gesamte Infrarotspektrum ab (IR-A, IR-B und IR-C) und erzeugen die intensivste Tiefen-Wärme.
Größe und Personenanzahl
Eine 1-Personen-Kabine braucht etwa 1 m² Stellfläche, eine 2-Personen-Kabine 1,2–1,5 m². Im Vergleich zu finnischen Saunen sind Infrarotkabinen deutlich kompakter. Bedenke aber, dass die Strahler einen gewissen Abstand zum Körper brauchen – zu enge Kabinen können unangenehm sein, weil die Strahlerwärme dann zu intensiv auf einzelne Körperstellen trifft.
Holzart bei Infrarotkabinen
Die meisten Infrarotkabinen verwenden Hemlock-Tanne oder Zedernholz. Hemlock ist harzfrei, allergikerfreundlich und hat eine helle Optik. Zedernholz duftet aromatisch und hat natürliche antibakterielle Eigenschaften, ist aber teurer. Nordische Fichte findet man bei Infrarotkabinen selten, da sie bei den niedrigeren Temperaturen nicht so gut zur Geltung kommt.
Gesundheitliche Aspekte
Infrarotstrahlung hat nachweislich positive Effekte auf Muskelentspannung, Durchblutung und Schmerzlinderung. Allerdings solltest du bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, akuten Entzündungen oder während der Schwangerschaft vorher deinen Arzt konsultieren. Die niedrigere Temperatur im Vergleich zur finnischen Sauna macht Infrarotkabinen generell verträglicher – auch für ältere Menschen.
Mein Fazit
Die Physiotherm MyOne ist die beste Infrarotkabine, die ich je getestet habe – aber sie hat ihren Preis. Für die meisten Einsteiger empfehle ich die Artsauna Nyborg: Für unter 900 Euro bekommt man ein solides Gerät, das den Einstieg unkompliziert macht. Paare greifen am besten zur Dewello Pierson – die Vollspektrum-Strahler liefern eine überzeugende Tiefen-Wärme. Und wer das Maximum aus seiner Infrarot-Sitzung herausholen will, sollte sich die Weka Tanilla mit ihrer Strahler-Kombination anschauen. Wer sich noch nicht sicher ist, findet in meinem Artikel zum Kombi-Sauna Test Modelle, die finnische Sauna und Infrarot kombinieren.
Häufige Fragen
Für optimale Ergebnisse empfehle ich 2–3 Sitzungen pro Woche à 20–30 Minuten. Tägliche Nutzung ist möglich, aber höre auf deinen Körper. Anfänger sollten mit 15 Minuten bei niedrigerer Temperatur starten und sich langsam steigern.
Eine typische Infrarotkabine verbraucht 1,5–2,5 kW. Bei einer 30-minütigen Sitzung sind das 0,75–1,25 kWh, was bei 0,30 €/kWh nur 0,23–0,38 € kostet. Zum Vergleich: Eine finnische Sauna mit 8-kW-Ofen kostet pro Sitzung 3–5 €.
Nein, Infrarotstrahlung in Kabinen ist nicht gefährlich. Es handelt sich um Wärmestrahlung, wie sie auch von der Sonne oder einem Kachelofen abgegeben wird – ohne UV-Anteil. Die Strahler in hochwertigen Kabinen sind zudem so konstruiert, dass sie nur im sicheren Bereich arbeiten.
Das hängt von deinen Bedürfnissen ab. Vollspektrum-Strahler bieten die intensivste Tiefen-Wärme und sind ideal für therapeutische Anwendungen. Flächenstrahler verteilen die Wärme am gleichmäßigsten. Keramikstrahler sind die günstigste Option. Mein ausführlicher Vergleich: Vollspektrum vs. Flächenstrahler.
Ja, das ist grundsätzlich möglich. Infrarotkabinen erzeugen deutlich weniger Feuchtigkeit als finnische Saunen. Du brauchst lediglich eine normale Steckdose und ausreichend Platz. Achte auf gute Belüftung und halte mindestens 10 cm Abstand zur Wand.