Installation

Saunakabine aufbauen: Tipps vom Profi

Den Aufbau meiner ersten Heimsauna habe ich komplett unterschätzt. Ich dachte, das sei wie ein IKEA-Schrank – nur größer. Falsch gedacht. Nach acht Stunden, drei Fluchausbrüchen und einem beinahe-Unfall mit einer Glasscheibe war die Sauna fertig. Damit dir das nicht passiert, habe ich diese Schritt-für-Schritt-Anleitung geschrieben – mit allen Fehlern, die ich gemacht habe, und wie du sie vermeidest.

Die gute Nachricht: Mit der richtigen Vorbereitung und zu zweit ist der Aufbau einer Elementsauna an einem Tag machbar. Massivholzsaunen brauchen etwas länger. Hier ist mein erprobter Ablauf.

Vorbereitung: Bevor du anfängst

Werkzeug bereitlegen

Bevor du das erste Brett auspackst, leg alles bereit, was du brauchst. Nichts ist nerviger, als mitten im Aufbau nach einem Werkzeug suchen zu müssen. Hier ist meine Checkliste:

  • Akkuschrauber mit Kreuzschlitz- und Torx-Bits
  • Wasserwaage (mindestens 80 cm, besser 120 cm)
  • Gummihammer
  • Maßband (5 m)
  • Bleistift
  • Cuttermesser
  • Saugnäpfe für die Glastür (wichtig!)
  • Trittleiter oder stabile Kiste
  • Staubsauger

Raum vorbereiten

Der Raum sollte sauber, trocken und leer sein. Miss nochmal nach, ob die Sauna wirklich reinpasst – inklusive 30 cm Wandabstand auf jeder Seite. Die Deckenhöhe muss mindestens 10 cm über der Saunakabine liegen. Markiere die Position der Kabine auf dem Boden mit Klebeband – das hilft enorm bei der Ausrichtung.

Tipp: Prüfe den Boden mit der Wasserwaage. Wenn der Boden mehr als 5 mm Gefälle hat, musst du mit Unterlegplatten ausgleichen. Eine schiefe Sauna sieht nicht nur schlecht aus – die Tür wird nicht richtig schließen.

Schritt 1: Boden vorbereiten

Die meisten Heimsaunen kommen ohne eigenen Boden – sie stehen direkt auf dem Raumboden. Ideal sind Fliesen oder Vinyl, da diese feuchtigkeitsbeständig und leicht zu reinigen sind. Laminat oder Teppich sind ungeeignet, da sie Feuchtigkeit aufnehmen und schimmeln.

Wenn dein Boden aus Beton besteht, reicht eine einfache Bodenmatte oder ein PVC-Belag unter der Sauna. Manche Hersteller liefern eine Bodenisolierung mit – die solltest du auf jeden Fall verwenden.

Schritt 2: Wände aufstellen

Elementsauna

Bei einer Elementsauna bestehen die Wände aus vorgefertigten Paneelen, die mit Nut-und-Feder-Verbindungen zusammengesteckt und verschraubt werden. Beginne mit der Rückwand, dann die Seitenwände, und zum Schluss die Frontseite mit der Türöffnung. Wichtig: Jedes Element muss mit der Wasserwaage ausgerichtet werden, bevor du es festschraubst.

Massivholzsauna

Massivholzsaunen werden Bohle für Bohle aufgebaut, ähnlich wie ein Blockhaus. Das dauert länger, ergibt aber eine stabilere und besser isolierende Kabine. Achte darauf, dass jede Bohle sauber in die darunterliegende einrastet. Gewalt ist kontraproduktiv – wenn es nicht passt, liegt die untere Bohle schief.

Wichtig: Schraube die Wandelemente noch nicht vollständig fest, bevor alle Wände stehen. Erst wenn alles passt, werden die Verbindungen endgültig angezogen. Das spart dir späteres Nachkorrigieren.

Schritt 3: Decke montieren

Die Decke ist der anspruchsvollste Teil, weil sie schwer ist und genau passen muss. Hier brauchst du definitiv eine zweite Person. Bei Elementsaunen besteht die Decke aus einem oder mehreren großen Paneelen, die auf die Wände aufgelegt und verschraubt werden. Bei Massivholzsaunen werden die Deckenbretter einzeln eingesetzt.

Achte auf die Aussparung für die Lüftung und gegebenenfalls für die Kabelöffnung des Saunaofens. Diese Stellen sind in der Anleitung markiert – lies sie wirklich vorher durch. Falls du die Kabine in einem Kellerraum aufbaust, achte besonders auf die richtige Belüftung und ausreichende Deckenhöhe.

Schritt 4: Bänke einbauen

Die Sauna-Bänke werden an der Wand befestigt und zusätzlich mit Stützbeinen abgestützt. Die meisten Saunen haben zwei Bank-Ebenen: eine obere Bank (hier ist es am heißesten) und eine untere Bank oder Fußstütze. Die Oberkante der oberen Bank sollte etwa 100–110 cm über dem Boden liegen.

Achte darauf, dass die Bänke absolut waagerecht sitzen und nicht wackeln. Ziehe alle Schrauben fest an und prüfe, ob die Bank dein Gewicht trägt, bevor du sie für „fertig“ erklärst. Bei Premium-Saunen wie der Klafs Matteo werden die Bänke oft mit verdeckten Beschlägen montiert – das sieht eleganter aus, braucht aber etwas mehr Geduld.

Schritt 5: Glastür einsetzen

Die Glastür ist das empfindlichste Bauteil. Verwende unbedingt Saugnäpfe zum Transport – die Kanten sind rutschig und eine herunterfallende Glastür ist nicht nur teuer, sondern auch gefährlich. Setze die Tür in die Scharniere ein und prüfe, ob sie sauber schließt. Kleine Korrekturen sind über die Scharnier-Einstellschrauben möglich.

Schritt 6: Saunaofen einbauen

Der Ofen wird gemäß Herstelleranleitung an der vorgesehenen Stelle montiert. Wandhängend oder stehend – das hängt vom Modell ab. Wichtig sind die Sicherheitsabstände: zu allen Holzflächen mindestens der vom Hersteller vorgegebene Abstand (meist 5–10 cm). Die Saunasteine werden nach der Montage auf den Ofen geschichtet – locker, nicht zu dicht, damit die Luft zirkulieren kann.

Wichtig: Den elektrischen Anschluss des Ofens überlässt du dem Elektriker. Bereite alles vor, lass die Kabel herausschauen, und der Elektriker schließt sie an. Mehr dazu in meinem Ratgeber zum Sauna-Stromanschluss.

Schritt 7: Erstaufheizen

Bevor du zum ersten Mal saunierst, muss die Kabine einmal leer aufgeheizt werden. Das sogenannte Erstaufheizen dauert 1–2 Stunden bei maximaler Temperatur. Dabei dünsten Harzreste und Produktionsrückstände aus dem Holz aus. Öffne dabei ein Fenster im Raum und betrete die Kabine nicht. Nach dem Abkühlen einmal gründlich durchlüften – dann ist deine Sauna einsatzbereit.

Typische Fehler beim Sauna-Aufbau

Zu wenig Platz eingeplant

Miss den Raum inklusive Wandabstände, nicht nur die Grundfläche der Sauna. Du brauchst außerdem Platz für die Türöffnung (mindestens 80 cm freier Schwenkraum) und genug Raum, um beim Aufbau um die Kabine herumgehen zu können.

Alleine aufbauen wollen

Die Wandelemente und besonders die Decke sind zu schwer und zu unhandlich für eine Person. Mindestens zu zweit, bei großen Kabinen besser zu dritt. Dein Rücken wird es dir danken.

Mein Fazit

Der Aufbau einer Heimsauna ist kein Hexenwerk, aber auch kein Kindergeburtstag. Mit der richtigen Vorbereitung, gutem Werkzeug und einer helfenden Hand ist eine Elementsauna in 4–6 Stunden aufgebaut, eine Massivholzsauna in 6–10 Stunden. Wer sich umfassender mit dem Thema beschäftigen möchte, findet in unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Sauna-Selbstbau detaillierte Informationen. Nimm dir die Zeit, lies die Anleitung vorher komplett durch, und hetze nicht. Lieber einen Tag länger bauen als hinterher korrigieren müssen. Nach dem Aufbau lohnt sich ein Blick auf das passende Zubehör, um dein Saunaerlebnis zu vervollständigen.

Häufige Fragen

Eine Elementsauna lässt sich zu zweit in 4–6 Stunden aufbauen. Massivholzsaunen brauchen 6–10 Stunden. Premium-Modelle von Klafs oder Tylö empfehle ich durch den Herstellerservice montieren zu lassen – die Kosten liegen bei 500–1.000 €.

Davon rate ich dringend ab. Die Wandelemente wiegen 20–40 kg pro Stück, die Decke noch mehr. Außerdem muss eine Person die Elemente halten, während die andere schraubt. Alleine riskierst du Beschädigungen an der Sauna und Verletzungen.

Normales Heimwerker-Werkzeug reicht aus: Akkuschrauber, Wasserwaage, Gummihammer, Maßband. Spezialwerkzeug brauchst du nicht. Saugnäpfe für die Glastür sind allerdings dringend empfohlen – die bekommst du im Baumarkt für 10–20 €.

Sehr wichtig. Beim Erstaufheizen dünsten Harzreste, Holzschutzmittel und Produktionsrückstände aus. Wenn du das überspringst, sitzt du beim ersten Saunagang in einer Wolke aus Ausdünstungen – das ist weder angenehm noch gesund. Heize die Sauna 1–2 Stunden bei maximaler Temperatur auf, lüfte gründlich, und dann ist alles gut.