Sauna Vergleiche

Finnische Sauna vs. Bio-Sauna: Unterschiede erklärt

Finnische Sauna oder Bio-Sauna? Diese Frage wird mir ständig gestellt, und ich verstehe die Verwirrung. Beide nutzen einen Saunaofen, beide sehen von außen gleich aus, und in manchen Kabinen kannst du sogar zwischen beiden Modi umschalten. Trotzdem ist das Saunaerlebnis grundlegend verschieden – und für wen welche Variante besser geeignet ist, hängt von deinen persönlichen Vorlieben und deinem Gesundheitszustand ab.

Ich sauniere seit über zehn Jahren regelmäßig in beiden Varianten und erkläre dir hier die wichtigsten Unterschiede – sachlich und aus eigener Erfahrung. Denn die „bessere“ Sauna gibt es nicht – nur die passendere.

Die Grundlagen: Was ist was?

Finnische Sauna

Die klassische finnische Sauna ist das, was die meisten Menschen unter „Sauna“ verstehen: sehr heiße, trockene Luft zwischen 80 und 100 °C bei niedriger Luftfeuchtigkeit (10–20 %). Durch Aufgüsse – Wasser auf die heißen Saunasteine – steigt die Feuchtigkeit kurzzeitig auf 30–40 %, was die gefühlte Temperatur nochmal deutlich erhöht. Ein Saunagang dauert typischerweise 8–15 Minuten, gefolgt von Abkühlung und Ruhephase.

Bio-Sauna (Sanarium)

Die Bio-Sauna, auch Sanarium oder Soft-Sauna genannt, arbeitet mit niedrigeren Temperaturen (45–60 °C), dafür aber mit deutlich höherer Luftfeuchtigkeit (40–65 %). Das Klima fühlt sich milder und feucht-warm an – ähnlich wie ein warmer Sommertag am Meer. Aufgüsse sind möglich, aber nicht so intensiv wie in der finnischen Sauna. Sitzungszeiten sind länger: 15–25 Minuten.

Der große Vergleich

Kriterium Finnische Sauna Bio-Sauna
Temperatur 80–100 °C 45–60 °C
Luftfeuchtigkeit 10–20 % (bis 40 % bei Aufguss) 40–65 %
Sitzungsdauer 8–15 Minuten pro Gang 15–25 Minuten
Aufguss Ja – intensiv und klassisch Ja – milder
Kreislaufbelastung Mittel bis hoch Gering bis mittel
Geeignet für Anfänger Bedingt – hohe Temperaturen gewöhnungsbedürftig Ja – sanfter Einstieg
Haut & Atemwege Trockene Hitze – kann Atemwege reizen Feuchte Wärme – schonender für Atemwege
Energieverbrauch Höher (mehr Heizleistung nötig) Niedriger (geringere Temperatur)
Ofentyp Klassischer Saunaofen Bio-Kombiofen mit Verdampfer
Typischer Preis (Kabine) 1.500–8.000 € 2.000–6.000 €

Gesundheitliche Unterschiede

Kreislauf und Herz

Die finnische Sauna belastet den Kreislauf stärker: Die hohe Temperatur weitet die Blutgefäße, der Puls steigt auf 100–150 Schläge pro Minute, und beim anschließenden Abkühlen ziehen sich die Gefäße schnell zusammen. Dieses „Gefäßtraining“ stärkt auf Dauer das Herz-Kreislauf-System – ist aber für Menschen mit Bluthochdruck oder Herzproblemen mit Vorsicht zu genießen. Mehr über die wissenschaftlich belegten gesundheitlichen Vorteile regelmäßigen Saunierens erfährst du in unserem ausführlichen Artikel.

Die Bio-Sauna ist hier deutlich schonender. Die niedrigere Temperatur bedeutet weniger Kreislaufbelastung, was sie für ältere Menschen, Sauna-Anfänger und Personen mit leichten Herz-Kreislauf-Beschwerden besser geeignet macht. Trotzdem gilt: Bei ernsthaften gesundheitlichen Problemen immer vorher den Arzt fragen.

Atemwege

Die feuchte Wärme der Bio-Sauna ist für die Atemwege angenehmer. Die hohe Luftfeuchtigkeit befeuchtet die Schleimhäute und kann bei Erkältungsanfälligkeit und chronischer Bronchitis positiv wirken. Die trockene Hitze der finnischen Sauna kann dagegen die Atemwege reizen, besonders bei Menschen mit Asthma. Wer ein noch feuchteres Klima bevorzugt, sollte sich auch die Unterschiede zwischen Dampfbad und Sauna anschauen.

Haut

Beide Varianten fördern die Durchblutung der Haut und regen die Schweißproduktion an. Die Bio-Sauna erzeugt tendenziell ein tieferes, gleichmäßigeres Schwitzen, während die finnische Sauna kurze, intensive Schwitzphasen auslöst. Für die Hautreinigung sind beide gut – welche Variante sich besser anfühlt, ist individuell verschieden.

Für wen eignet sich welche Sauna?

Finnische Sauna ist ideal, wenn du:

  • Intensive Hitze und den klassischen Aufguss liebst
  • Gesund bist und keine Kreislaufprobleme hast
  • Kurze, knackige Saunagänge bevorzugst
  • Das authentische skandinavische Saunaerlebnis willst
  • Einen separaten Kälte-Kick (kalte Dusche, Eisbecken) schätzt

Bio-Sauna ist ideal, wenn du:

  • Extreme Hitze nicht so gut verträgst
  • Sauna-Anfänger bist und dich langsam herantasten willst
  • Atemwegsempfindlich bist oder unter trockenen Schleimhäuten leidest
  • Länger in der Kabine bleiben und entspannen möchtest
  • Älter bist oder leichte Kreislaufbeschwerden hast

Kann ich beides in einer Kabine haben?

Ja! Viele moderne Heimsaunen bieten einen Bio-Kombiofen, der sowohl den klassischen finnischen Modus (hohe Temperatur, niedrige Feuchtigkeit) als auch den Bio-Modus (niedrigere Temperatur, höhere Feuchtigkeit) beherrscht. Der Ofen hat dazu einen integrierten Verdampfer, der Wasser erhitzt und als Dampf in die Kabine abgibt. So kannst du je nach Lust und Laune zwischen beiden Varianten wechseln. In meinem Kombi-Sauna Test stelle ich Modelle vor, die sogar drei Modi bieten.

Tipp: Wenn du dir unsicher bist, welche Variante dir besser gefällt, besuche vorher eine öffentliche Sauna-Anlage, die beide Typen anbietet. So kannst du den Unterschied am eigenen Körper spüren, bevor du mehrere tausend Euro investierst.

Kosten im Vergleich

Die Anschaffungskosten sind ähnlich: Eine gute finnische Heimsauna kostet zwischen 1.500 und 5.000 €, eine Bio-Sauna zwischen 2.000 und 6.000 €. Bio-Saunen sind etwas teurer, weil der Kombiofen mit Verdampfer aufwändiger konstruiert ist als ein reiner Saunaofen. Einen Überblick über gute Einsteigermodelle findest du in meinem Heimsauna-Test 2026.

Bei den laufenden Kosten hat die Bio-Sauna leicht die Nase vorn: Da sie bei niedrigerer Temperatur arbeitet, verbraucht der Ofen weniger Strom. Rechne mit etwa 3–4 € pro Bio-Saunagang vs. 4–5 € pro finnischem Saunagang (bei 30 Cent/kWh). Wichtig ist auch die Wahl des passenden Stromanschlusses für deine Sauna, denn je nach Ofenleistung benötigst du entweder 230V oder 400V.

Mein Fazit

Ich persönlich sauniere am liebsten finnisch – die Kombination aus intensiver Hitze, Aufguss und kalter Abkühlung ist für mich unschlagbar. Aber ich verstehe jeden, der die Bio-Sauna bevorzugt: Das mildere Klima ist angenehmer, die längeren Sitzungszeiten entspannender, und die Belastung für den Körper ist geringer. Wenn du dich nicht entscheiden kannst, hol dir eine Sauna mit Bio-Kombiofen – dann hast du beides in einer Kabine. Für kleinere Wohnungen sind auch kompakte 1-Person-Modelle eine praktische Lösung.

Häufige Fragen

Beide sind gesund, auf unterschiedliche Weise. Die finnische Sauna trainiert den Kreislauf intensiver und stärkt das Immunsystem. Die Bio-Sauna ist schonender, befeuchtet die Atemwege und eignet sich besser für Menschen mit Kreislaufempfindlichkeit. Welche Variante „gesünder“ ist, hängt von deinem individuellen Gesundheitszustand ab.

Nein, das ist nicht einfach möglich. Ein Bio-Kombiofen hat einen integrierten Verdampfer und eine spezielle Steuerung, die die Luftfeuchtigkeit reguliert. Einen normalen Saunaofen kannst du nicht nachrüsten. Du müsstest den gesamten Ofen austauschen. Wenn du beide Modi willst, plane das von Anfang an ein.

Der Ofen selbst ist bei beiden gleich laut (oder leise). Allerdings kann der Verdampfer der Bio-Sauna ein leichtes Zischen verursachen, wenn Wasser verdampft wird. Das empfinden manche als störend, andere als angenehm beruhigend. Insgesamt ist der Geräuschunterschied minimal.

Ja, sogar besser als in der finnischen Sauna. Die höhere Luftfeuchtigkeit der Bio-Sauna trägt die Düfte besser und länger. Gib ein paar Tropfen ätherisches Öl in den Verdampfer oder auf die Aufgusskelle. Eukalyptus, Minze und Zitrone sind besonders beliebt. Achte auf hochwertige Öle ohne synthetische Zusätze.