Dampfbad oder Sauna – auf den ersten Blick scheint der Unterschied klar: nass vs. trocken. Aber so einfach ist es nicht. Ich habe jahrelang beides regelmäßig genutzt und kann dir sagen: Das Dampfbad ist ein völlig anderes Erlebnis als die Sauna, mit eigenen Vor- und Nachteilen. Und die Installation eines Dampfbads zu Hause ist deutlich aufwändiger, als die meisten denken.
In diesem Vergleich erkläre ich dir die wichtigsten Unterschiede, damit du die richtige Entscheidung für dein Zuhause treffen kannst. Ob Sauna oder Dampfbad – am Ende kommt es auf deine persönlichen Vorlieben und die räumlichen Gegebenheiten an.
Die Grundlagen: Was ist der Unterschied?
Sauna (finnisch)
In der Sauna herrschen Temperaturen zwischen 70 und 100 °C bei niedriger Luftfeuchtigkeit (10–30 %). Die trockene Hitze wird durch einen Saunaofen erzeugt. Durch Aufgüsse (Wasser auf heiße Steine) steigt die Feuchtigkeit kurzzeitig an. Die Kabine besteht aus Holz, das die Wärme speichert und ein angenehmes Raumklima schafft.
Dampfbad (Dampfdusche)
Im Dampfbad liegt die Temperatur deutlich niedriger – nur 40–50 °C – aber die Luftfeuchtigkeit beträgt nahezu 100 %. Ein Dampfgenerator erzeugt kontinuierlich Wasserdampf, der die Kabine in dichten Nebel hüllt. Die Wände bestehen aus Fliesen, Acryl oder Glas, da Holz der extremen Feuchtigkeit nicht standhält.
Der große Vergleich
| Kriterium | Sauna | Dampfbad |
|---|---|---|
| Temperatur | 70–100 °C | 40–50 °C |
| Luftfeuchtigkeit | 10–30 % | nahezu 100 % |
| Sitzungsdauer | 8–15 Minuten | 15–20 Minuten |
| Aufguss möglich | Ja | Nein (bereits maximal feucht) |
| Material der Kabine | Holz | Fliesen / Acryl / Glas |
| Wasseranschluss nötig | Nein | Ja (für Dampfgenerator) |
| Abwasseranschluss nötig | Nein | Ja |
| Stromanschluss | 400V (ab 6 kW Ofen) | 230V oder 400V (je nach Generator) |
| Platzbedarf | Ab 3 m² | Ab 2 m² (oft als Dampfdusche) |
| Anschaffungskosten | 1.500–8.000 € | 2.000–12.000 € |
| Installationsaufwand | Mittel (Strom) | Hoch (Strom + Wasser + Abwasser) |
| Kreislaufbelastung | Mittel bis hoch | Gering bis mittel |
Gesundheitliche Aspekte
Atemwege
Hier hat das Dampfbad die Nase vorn: Die nahezu 100 % Luftfeuchtigkeit befeuchtet die Atemwege intensiv und kann bei chronischer Bronchitis, Sinusitis und trockenen Schleimhäuten wohltuend wirken. Die trockene Hitze der Sauna kann empfindliche Atemwege dagegen reizen. Wer häufig unter Erkältungen leidet, profitiert oft mehr vom Dampfbad. Mehr dazu erfährst du in meinem Ratgeber zu Sauna und Gesundheit.
Haut
Beide Varianten fördern die Durchblutung und das Schwitzen. Das Dampfbad öffnet die Poren intensiver durch die hohe Feuchtigkeit und eignet sich daher besonders gut für eine gründliche Hautreinigung. Die Sauna regt durch die höhere Temperatur die Schweißdrüsen stärker an. Für Menschen mit trockener Haut ist das Dampfbad meist angenehmer.
Kreislauf
Die Sauna belastet den Kreislauf deutlich stärker als das Dampfbad. Die Temperaturdifferenz zwischen 90 °C in der Sauna und der kalten Dusche danach ist enorm und trainiert die Gefäße effektiv. Das Dampfbad ist milder – die 45 °C belasten den Kreislauf kaum mehr als ein heißes Bad. Für Menschen mit Bluthochdruck oder Herzproblemen ist das Dampfbad daher die sicherere Wahl (trotzdem: Arzt fragen!).
Installation zu Hause
Sauna: Relativ einfach
Eine Heimsauna braucht im Wesentlichen einen passenden Raum und einen Stromanschluss. Die Kabine wird trocken aufgebaut, ein Wasseranschluss ist nicht nötig. Die meisten Heimsaunen können von zwei Personen in einem Tag aufgebaut werden. Welche elektrischen Anforderungen für den Saunaofen gelten, solltest du vor der Anschaffung unbedingt klären. Mehr dazu in meinem Ratgeber Saunakabine aufbauen.
Dampfbad: Deutlich aufwändiger
Ein Dampfbad benötigt einen Wasseranschluss (für den Dampfgenerator), einen Abwasseranschluss (für das Kondenswasser), einen Stromanschluss und eine vollständig dampfdichte Kabine. Die Wände müssen gefliest oder aus dampfdichtem Material sein – Holz ist nicht geeignet. Außerdem muss die Decke geneigt sein (mindestens 5°), damit Kondenswasser abfließt und nicht auf die Köpfe der Nutzer tropft.
Die Installation eines Dampfbads ist ein Projekt für Fachhandwerker und kostet allein für den Einbau oft 2.000–5.000 € zusätzlich zur Kabine. Dafür ist ein Dampfbad platzsparender: Viele Modelle werden als Dampfdusche konzipiert, die eine vorhandene Duschkabine ersetzt. Wenn du deine Sauna im Badezimmer installieren möchtest, solltest du die Platzbedingungen vorab genau prüfen.
Entscheidungshilfe
Wähle eine Sauna, wenn du:
- Intensive Hitze und klassische Aufgüsse liebst
- Den Installationsaufwand gering halten willst
- Ausreichend Platz im Keller oder einem separaten Raum hast
- Das traditionelle finnische Saunaerlebnis suchst
- Keinen Wasseranschluss am gewünschten Standort hast
Wähle ein Dampfbad, wenn du:
- Extreme Hitze nicht gut verträgst
- Wert auf Hautpflege und Atemwegsgesundheit legst
- Die vorhandene Dusche durch eine Dampfdusche ersetzen willst
- Im Badezimmer einen Wasser- und Abwasseranschluss hast
- Ein luxuriöses Wellness-Erlebnis mit Düften und Farblicht willst
Kosten im Überblick
| Kostenpunkt | Sauna | Dampfbad |
|---|---|---|
| Kabine/Kabinen | 1.500–8.000 € | 2.000–12.000 € |
| Installation | 200–800 € (Elektriker) | 2.000–5.000 € (Fachhandwerk) |
| Laufende Kosten/Sitzung | 3,50–5,00 € | 2,00–3,50 € |
| Wartung/Jahr | 50–100 € | 100–300 € (Entkalkung) |
Das Dampfbad ist in der Anschaffung und Installation teurer, dafür aber im laufenden Betrieb etwas günstiger (niedrigere Temperatur = weniger Strom). Allerdings verbraucht es Wasser, und der Dampfgenerator muss regelmäßig entkalkt werden – besonders bei hartem Wasser kann das ins Geld gehen. Auch die regelmäßige Reinigung sollte nicht unterschätzt werden.
Mein Fazit
Für die meisten Heimanwender ist die Sauna die bessere Wahl: einfacher zu installieren, günstiger in der Anschaffung und mit dem klassischen Saunaerlebnis, das die meisten suchen. Das Dampfbad ist die Wahl für Wellness-Enthusiasten, die Wert auf Hautpflege und Atemwegsgesundheit legen und den höheren Installationsaufwand nicht scheuen. Mein Tipp: Wenn du beides erleben willst, schau dir die Unterschiede zwischen finnischer Sauna und Bio-Sauna an – die bietet einen Mittelweg mit erhöhter Luftfeuchtigkeit bei moderater Temperatur, ohne den Installationsaufwand eines Dampfbads.
Häufige Fragen
Nein, das ist nicht sinnvoll. Eine Saunakabine besteht aus Holz, das bei dauerhaft hoher Feuchtigkeit quillt, schimmelt und sich verzieht. Ein Dampfbad braucht dampfdichte Wände aus Fliesen, Acryl oder Glas. Die Konstruktionen sind grundlegend verschieden. Wenn du beides willst, sind zwei separate Kabinen oder eine Bio-Sauna mit Verdampfer die bessere Lösung.
Die Sauna verbraucht mehr Strom, da der Ofen die Luft auf 80–100 °C erhitzen muss. Ein typischer 8-kW-Saunaofen verbraucht pro Sitzung 12–16 kWh. Ein Dampfgenerator arbeitet bei 40–50 °C und verbraucht typischerweise 4–8 kWh pro Sitzung. Dafür verbraucht das Dampfbad zusätzlich Wasser (ca. 5–10 Liter pro Sitzung).
Ja, mehr als eine Sauna. Der Dampfgenerator muss regelmäßig entkalkt werden (alle 1–3 Monate, je nach Wasserhärte). Die Kabine muss nach jeder Nutzung getrocknet werden, um Schimmelbildung zu vermeiden. Die Fliesen brauchen gelegentliche Reinigung. Insgesamt ist der Pflegeaufwand deutlich höher als bei einer Holzsauna.
Ja, sogenannte Dampfduschen ersetzen die vorhandene Duschkabine und brauchen kaum zusätzlichen Platz. Ein kompakter Dampfgenerator wird außerhalb der Kabine montiert (z.B. unter der Decke oder in einem Nachbarraum). Dampfduschen gibt es ab ca. 2.000 € und sind die platzsparendste Möglichkeit, ein Dampfbad zu Hause zu realisieren.