Selbstbau

Dampfsperre Sauna: Materialien und Einbau-Tipps

Die Dampfsperre ist das unsichtbare Herzstück jeder Sauna – und gleichzeitig der Punkt, an dem die meisten Selbstbauer die folgenschwersten Fehler machen. Wenn Feuchtigkeit durch eine undichte Dampfsperre in die Dämmung eindringt, hast du innerhalb weniger Monate Schimmel und Fäulnis. Ich habe diesen Fehler bei meinem ersten Saunabau gemacht und musste nach einem Jahr die gesamte Rückwand neu aufbauen. Damit dir das nicht passiert, erkläre ich in diesem Artikel alles, was du über Dampfsperren wissen musst.

Dieser Artikel richtet sich an alle, die ihre eigene Sauna selber bauen oder eine bestehende Sauna sanieren. Bei Fertigkabinen ist die Dampfsperre in der Regel bereits integriert – hier musst du dich nicht selbst darum kümmern.

Was macht eine Dampfsperre in der Sauna?

In einer Sauna herrschen extreme Bedingungen: Temperaturen von 80–100 °C und eine Luftfeuchtigkeit, die beim Aufguss auf 40–70 % steigt. Der Wasserdampf in der heißen Luft versucht, nach außen zu entweichen – durch die Holzverkleidung, durch die Dämmung und durch die Wand. Die Dampfsperre verhindert genau das: Sie bildet eine dampfdichte Schicht zwischen Innenverkleidung und Dämmung, die keinen Wasserdampf durchlässt.

Ohne Dampfsperre dringt Feuchtigkeit in die Mineralwolldämmung ein. Dort kondensiert sie (weil die Temperatur zur Außenwand hin abnimmt) und bleibt liegen. Die Folge: nasse Dämmung, die nicht mehr isoliert, und Schimmelbildung im Wandaufbau – unsichtbar, aber gefährlich.

Materialien im Vergleich: Alufolie vs. Alukaschierte Dampfsperre

Reine Alufolie

Die einfachste und günstigste Option ist reine Aluminiumfolie in einer Stärke von 50–100 Mikrometer. Sie hat einen extrem hohen sd-Wert (praktisch dampfdicht) und reflektiert zusätzlich Wärmestrahlung zurück in die Kabine. Nachteil: Sie ist empfindlich gegen mechanische Beschädigung. Ein kleiner Riss beim Tackern oder ein Loch durch eine Schraube kann die gesamte Dampfsperre kompromittieren. Bei sorgfältiger Verarbeitung funktioniert sie aber einwandfrei.

Alukaschierte Dampfsperre (Verbundfolie)

Alukkaschierte Dampfsperrefolien bestehen aus einer Aluminiumschicht, die auf ein Trägermaterial (Kraftpapier oder Kunststoff) aufgebracht ist. Sie sind deutlich reißfester als reine Alufolie und lassen sich einfacher verarbeiten. Der sd-Wert ist vergleichbar hoch. Meine klare Empfehlung für Selbstbauer – die etwas höheren Materialkosten machen sich durch die einfachere Verarbeitung und geringere Fehleranfälligkeit mehr als bezahlt.

Der sd-Wert: Was bedeutet er?

Der sd-Wert (auch Diffusionswiderstand genannt) gibt an, wie viel Feuchtigkeit durch ein Material diffundieren kann. Je höher der Wert, desto dampfdichter ist das Material. Für die Saunadampfsperre gilt: Ein sd-Wert von mindestens 1.000 m ist empfehlenswert. Reine Alufolie hat einen sd-Wert von über 100.000 m – praktisch dampfdicht. PE-Folien (Baumarkt) liegen oft nur bei 50–100 m und sind für Saunen nicht geeignet.

Wichtig: Verwende niemals normale PE-Baufolie als Dampfsperre in der Sauna! PE-Folie hat einen zu niedrigen sd-Wert und kann bei Saunatemperaturen Schadstoffe ausgasen. Nur Aluminium-basierte Dampfsperren sind für Saunen zugelassen.

Empfohlene Dampfsperren-Produkte

PRO CLIMA
Intello Plus Dampfbremse

Die Intello Plus von Pro Clima ist eigentlich eine feuchtevariable Dampfbremse für den Hausbau, funktioniert aber in Kombination mit einer zusätzlichen Aluschicht hervorragend im Saunabau. Ihre Stärke: Sie ist extrem reißfest und lässt sich dank des Verbundmaterials sauber und schnell verarbeiten. Die Stöße lassen sich mit dem passenden Klebeband (Tescon Vana) dauerhaft und luftdicht verbinden. Für Selbstbauer, die auf Nummer sicher gehen wollen.

TypFeuchtevariable Dampfbremse
sd-Wert0,25–25 m (variabel)
Breite150 cm
EinsatzMit zusätzlicher Alu-Schicht für Sauna
Preis ca.2,50 €/m²

Stärken
  • Extrem reißfest und robust
  • Einfache, saubere Verarbeitung
  • Passende Klebebänder für luftdichte Anschlüsse
  • Bewährtes Profi-Produkt aus dem Hausbau
Schwächen
  • Benötigt zusätzliche Alu-Schicht für Sauna-Einsatz
  • Höherer Preis als reine Alufolie
  • Spezielles Klebeband empfohlen (Zusatzkosten)

SAUNAFOLIE
Alukaschierte Dampfsperre 50m²

Die klassische alukaschierte Saunafolie ist der Standard im Saunabau und eine gute Wahl für alle, die ein bewährtes, günstiges Produkt suchen. Die Aluminiumschicht auf Kraftpapierträger ist dampfdicht und reflektiert Wärme. Die Verarbeitung ist unkompliziert: Zuschneiden, tackern, Stöße mit Aluklebeband abkleben. Für die meisten Selbstbauprojekte genau das richtige Material.

TypAlukaschiertes Kraftpapier
sd-Wert> 1.500 m
Breite100 cm
EinsatzDirekt als Sauna-Dampfsperre
Preis ca.1,80 €/m²

Stärken
  • Bewährter Standard im Saunabau
  • Sehr hoher sd-Wert – praktisch dampfdicht
  • Günstig und leicht verfügbar
  • Reflektiert Wärmestrahlung
Schwächen
  • Empfindlicher gegen Risse als Verbundfolien
  • Tackerlöcher müssen sorgfältig abgeklebt werden
  • Nur 100 cm breit – mehr Überlappungen nötig

KNAUF INSULATION LDS 100 Alu Dampfsperre
KNAUF INSULATION
LDS 100 Alu Dampfsperre
★★★★☆
4.6
(7 Bewertungen)

Die Knauf LDS 100 Alu ist das Premium-Produkt in diesem Vergleich. Die Verbundfolie mit Aluminiumkaschierung ist extrem robust, hitzebeständig und hat einen sd-Wert von über 100 Metern in der Standard-Ausführung. Für den Saunaeinsatz empfiehlt Knauf die Alu-Variante mit deutlich höherem sd-Wert. Die Folie ist 150 cm breit, was weniger Überlappungen und damit weniger potenzielle Schwachstellen bedeutet. Profis schwören auf dieses Produkt.

TypAlu-Verbunddampfsperre
sd-Wert> 2.000 m (Alu-Variante)
Breite150 cm
EinsatzDirekt als Sauna-Dampfsperre
Preis ca.3,20 €/m²

Stärken
  • Höchste Qualität und Reißfestigkeit
  • Breite Bahnen (150 cm) – weniger Überlappungen
  • Hitzebeständig bis über 100 °C
  • Namhafte Marke mit technischem Support
Schwächen
  • Höchster Preis im Vergleich
  • Für kleine Saunaprojekte überdimensioniert
  • Nicht in jedem Baumarkt vorrätig

Einbaureihenfolge: So wird die Dampfsperre korrekt montiert

Schritt 1: Rahmen und Dämmung vorbereiten

Die Dampfsperre kommt immer auf die warme Seite der Konstruktion – also zwischen Dämmung und Innenverkleidung. Stelle sicher, dass der Rahmen fertig ist und die Mineralwolle bündig in den Gefachen sitzt, bevor du mit der Folie beginnst. Wenn du eine Saunakabine aufbaust, ist dieser Schritt besonders wichtig für die spätere Langlebigkeit.

Schritt 2: Folie zuschneiden und befestigen

Schneide die Bahnen mit 10–15 cm Überstand auf jeder Seite zu. Beginne an der Decke (oben) und arbeite dich nach unten. Befestige die Folie mit Tackernadeln an den Rahmenhölzern – nicht in der Fläche, sondern nur an den Hölzern. Tackerlöcher in der Fläche sind undichte Stellen.

Schritt 3: Stöße verkleben

Die einzelnen Bahnen müssen mindestens 10 cm überlappen. Verklebe jeden Stoß lückenlos mit Aluminium-Klebeband. Drücke das Klebeband fest an und streiche Blasen aus. Hier darfst du nicht schludern – jede Lücke im Millimeterbereich ist eine potenzielle Feuchtigkeitsbrücke.

Schritt 4: Anschlüsse abdichten

Die Übergänge zu Boden, Decke und Wänden sind die kritischsten Stellen. Die Folie muss hier sauber an den Untergrund anschließen, ohne Lücken. Bei Durchbrüchen (Kabel für Ofen, Lüftungsrohre) die Folie eng um das Rohr legen und mit Klebeband abdichten. Neben der Dampfsperre gehört auch das richtige Sauna-Zubehör zur vollständigen Installation dazu.

Häufige Fehler beim Einbau

Fehler 1: Falsche Folie verwendet

PE-Baufolie aus dem Baumarkt ist keine Dampfsperre für Saunen. Sie hält den Temperaturen nicht stand und hat einen zu niedrigen sd-Wert. Nur Aluminium-basierte Folien verwenden!

Fehler 2: Stöße nicht verklebt

Überlappte, aber nicht verklebte Stöße sind nutzlos. Die Feuchtigkeit findet jeden Spalt. Investiere in gutes Alu-Klebeband und verklebe jeden Zentimeter.

Fehler 3: Dampfsperre auf der falschen Seite

Die Dampfsperre gehört auf die warme Seite (Saunainnenraum), nicht auf die kalte Seite (Außenwand). Auf der kalten Seite würde sie verhindern, dass eingedrungene Feuchtigkeit nach außen trocknen kann. Dies gilt übrigens auch für finnische Saunen und Bio-Saunen gleichermaßen.

Mein Fazit

Die Dampfsperre ist kein Ort zum Sparen. Investiere in eine gute alukaschierte Saunafolie (Standardlösung) oder eine Knauf LDS Alu (Premium), arbeite sorgfältig und verklebe jeden Stoß lückenlos. Eine fehlerhafte Dampfsperre merkst du erst nach Monaten – und dann ist der Schaden groß. Nimm dir für diesen Arbeitsschritt doppelt so viel Zeit wie geplant. Es lohnt sich. Wer langfristig von seiner Investition profitieren möchte, sollte auch die richtige Pflege und Reinigung nicht vernachlässigen.

Häufige Fragen

Theoretisch ist Aluminium dampfdicht, aber Haushalts-Alufolie ist mit 10–15 Mikrometern viel zu dünn und reißt beim geringsten Kontakt. Für den Saunabau brauchst du spezielle Saunafolie oder alukaschierte Dampfsperrfolie mit mindestens 50 Mikrometern Stärke. Die Mehrkosten sind gering, die Sicherheit deutlich höher.

Für eine 2×2-Meter-Sauna mit 2 Metern Höhe brauchst du etwa 20 m² Dampfsperrfolie (4 Wände × 2 m × 2 m + Decke 4 m² + 20 % Verschnitt und Überlappungen). Bei einem Rollenpreis von 1,80 Euro/m² sind das etwa 36 Euro – eine kleine Investition, die große Schäden verhindert.

Bei Fertigkabinen von namhaften Herstellern (Karibu, Weka, Tylö) ist die Dampfsperre werksseitig integriert und geprüft. Du musst dich normalerweise nicht darum kümmern. Bei No-Name-Produkten oder sehr günstigen Kabinen lohnt sich aber ein Blick: Prüfe, ob die Wandelemente eine sichtbare Aluminiumschicht auf der Innenseite haben.

Verwende reines Aluminium-Klebeband (nicht Gewebe-Aluband). Es muss hitzebeständig bis mindestens 120 °C sein und eine dauerhafte Klebkraft auf Aluminiumfolie haben. Pro Clima Tescon Vana ist die Premium-Wahl, aber auch günstiges Alu-Klebeband aus dem Baumarkt (ca. 5 Euro/Rolle) funktioniert, wenn es für hohe Temperaturen ausgelegt ist. Achte auf die Angabe „hitzebeständig“ auf der Packung.