Die beste Sauna nützt nichts, wenn sie nach einem Jahr muffig riecht und die Bänke grau geworden sind. Ich habe diesen Fehler am Anfang selbst gemacht: einfach sauniert und gedacht, die Hitze desinfiziert schon alles. Falsch gedacht. Seitdem ich eine feste Pflege-Routine einhalte, sieht meine Sauna auch nach Jahren noch aus wie am ersten Tag – und riecht deutlich besser.
In diesem Ratgeber zeige ich dir meine bewährte Pflege-Routine: Was du nach jeder Nutzung, wöchentlich, monatlich und jährlich tun solltest. Plus: welche Reinigungsmittel wirklich taugen und wovon du die Finger lassen solltest.
Nach jeder Nutzung (5 Minuten)
Die wichtigsten Pflegemaßnahmen kosten dich nur fünf Minuten – und sparen langfrisig viel Arbeit:
- Lüften: Öffne die Saunatür und gegebenenfalls ein Fenster im Raum. Die Restwärme trocknet die Kabine, und die frische Luft verhindert muffige Gerüche.
- Bänke abwischen: Wische die Sitzflächen mit einem feuchten (nicht nassen!) Tuch ab. Schweißrückstände sollten nicht eintrocknen, da sie das Holz dauerhaft verfärben.
- Boden wischen: Ein schneller Wisch über den Boden entfernt Wasserreste und verhindert Kalkflecken.
- Saunatür offen lassen: Lass die Tür nach dem Saunieren offen, bis die Kabine vollständig abgekühlt und trocken ist.
Wöchentliche Reinigung (15 Minuten)
Einmal pro Woche solltest du dir etwas mehr Zeit für die Pflege nehmen:
- Bänke feucht abschrubben: Verwende ein feuchtes Tuch mit einem milden Sauna-Reiniger oder einer verdünnten Essig-Wasser-Lösung (1:10). Wische alle Sitzflächen, Rückenlehnen und Kopfstützen ab.
- Wände auf Höhe der Bänke: An den Wandflächen auf Bankhöhe setzen sich Schweiß und Körperfett ab. Auch hier einmal drüberwischen.
- Glastür reinigen: Falls vorhanden, die Glasflächen mit Glasreiniger saubermachen. Kalkflecken auf Glas sind hartnäckig, wenn man sie nicht regelmäßig entfernt.
- Boden gründlich wischen: Den gesamten Boden feucht wischen, auch unter den Bänken und in den Ecken.
Monatliche Pflege (30 Minuten)
- Holzflächen kontrollieren: Prüfe Bänke und Wände auf Verfärbungen, Flecken oder raue Stellen. Leichte Verfärbungen kannst du mit feinem Schleifpapier (Korn 120–180) vorsichtig abschleifen.
- Saunaofen prüfen: Schau dir die Saunasteine an – liegen sie noch locker und luftig? Steine, die zusammengebacken oder zerbrochen sind, sollten rausgenommen werden. Mehr dazu in meinem Ratgeber zur Saunaofen-Wartung.
- Lüftungsöffnungen reinigen: Die Zu- und Abluftöffnungen verstauben mit der Zeit. Ein Staubsauger mit Düsenaufsatz macht kurzen Prozess.
- Dichtungen prüfen: Die Türdichtung sollte sauber und flexibel sein. Eingetrocknete oder brüchige Dichtungen austauschen.
Jährliche Grundreinigung (2–3 Stunden)
Einmal im Jahr solltest du deiner Sauna eine gründliche Grundreinigung gönnen:
Bänke abschleifen
Mit feinem Schleifpapier (Korn 120) die gesamte Bankfläche leicht abschleifen. Das entfernt eingedrungene Verfärbungen und macht das Holz wieder hell und frisch. Immer in Faserrichtung schleifen, nie quer! Nach dem Schleifen die Späne gründlich absaugen und die Flächen feucht abwischen.
Saunasteine komplett austauschen
Alle 1–2 Jahre sollten die Saunasteine komplett erneuert werden. Verwitterte Steine speichern weniger Wärme und können beim Aufguss platzen. Olivindiabasit-Steine halten am längsten. Mehr dazu im Saunaofen-Wartungs-Ratgeber.
Desinfektion
Eine jährliche Desinfektion der gesamten Kabine ist empfehlenswert. Verwende einen speziellen Sauna-Desinfektionsreiniger oder eine verdünnte Wasserstoffperoxid-Lösung (3 %). Auf keinen Fall Chlorreiniger verwenden – der greift das Holz an und hinterlässt einen unangenehmen Geruch.
Die richtigen Reinigungsmittel
Empfohlen
- Sauna-Reiniger (z.B. Sentiotec, Harvia): Speziell für Saunaholz entwickelt, pH-neutral und schonend. Kosten ca. 10–15 € pro Flasche.
- Essig-Wasser-Lösung (1:10): Natürlich, günstig und wirksam gegen Kalk und leichte Verschmutzungen.
- Wasserstoffperoxid (3%): Zur Desinfektion und bei hartnäckigen Flecken auf Holz.
- Feines Schleifpapier (Korn 120–180): Für die jährliche Auffrischung der Bankflächen.
Finger weg!
- Chlorreiniger: Greift das Holz an, bleicht aus und stinkt.
- Aggressive Allzweckreiniger: Zu sauer oder zu basisch für unbehandeltes Saunaholz.
- Dampfreiniger: Drückt Feuchtigkeit tief ins Holz – Schimmelgefahr!
- Scheuermilch: Zerkratzt die Holzoberfläche.
Mein Fazit
Saunapflege ist kein Hexenwerk: 5 Minuten nach jeder Nutzung und 15 Minuten pro Woche reichen, um deine Sauna in Schuss zu halten. Die jährliche Grundreinigung mit Abschleifen und Steintausch macht die Kabine wieder wie neu. Investiere in einen guten Sauna-Reiniger und verwende immer ein Saunatuch – deine Sauna dankt es dir mit jahrelanger Freude. Falls du noch auf der Suche nach dem passenden Saunazubehör bist oder mehr zur professionellen Holzpflege wissen möchtest, findest du in meinen Ratgebern weitere hilfreiche Tipps.
Häufige Fragen
Nach jeder Nutzung kurz lüften und Bänke abwischen (5 Minuten). Wöchentlich gründlicher reinigen (15 Minuten). Monatlich Holz und Ofen kontrollieren. Jährlich eine Grundreinigung mit Bänke schleifen und Steine wechseln.
Ja, eine verdünnte Essig-Wasser-Lösung (1 Teil Essig auf 10 Teile Wasser) ist ein mildes und wirksames Reinigungsmittel für Saunaholz. Es entfernt Kalk, neutralisiert Gerüche und wirkt leicht antibakteriell. Verwende normalen Haushaltsessig, keinen Essigkonzentrat.
Das ist ein natürlicher Prozess: UV-Licht, Feuchtigkeit und Schweiß verfärben das unbehandelte Holz mit der Zeit grau. Regelmäßiges Abwischen verlangsamt den Prozess. Wenn die Bänke bereits grau sind, hilft leichtes Abschleifen mit Korn 120 – darunter kommt frisches, helles Holz zum Vorschein.
Nein! Ein Dampfreiniger drückt Feuchtigkeit tief ins Holz, was zu Quellung, Verformung und Schimmelbildung führen kann. Saunaholz muss immer nur oberflächlich feucht gereinigt werden. Ein feuchtes Tuch mit mildem Reiniger reicht völlig aus.