Die Wahl des richtigen Holzes ist eine der wichtigsten Entscheidungen beim Saunabau oder -kauf. Jede Holzart hat andere Eigenschaften: manche harzen, andere duften kaum, manche heizen sich stark auf und andere bleiben angenehm kühl auf der Haut. Ich habe in den letzten Jahren mit vier verschiedenen Holzarten gearbeitet und getestet, welche sich wofür am besten eignet. — mehr dazu in unserem Ratgeber Sauna selber bauen.
In diesem Vergleich stelle ich dir die vier gängigsten Saunahölzer vor: nordische Fichte, Espe, Hemlock und Zeder (Red Cedar). Du erfährst, welches Holz sich für Wände, Bänke und Decke eignet, wie die Preise sich unterscheiden und worauf du beim Sauna-Selbstbau oder Kauf achten solltest.
Die 4 wichtigsten Saunahölzer im Überblick
Nordische Fichte – Der Klassiker
Nordische Fichte ist das mit Abstand beliebteste Saunaholz in Deutschland. Fast alle Saunen von Karibu, Weka und Woodfeeling bestehen aus diesem Holz – und das aus guten Gründen. Es ist günstig, gut verfügbar und hat einen angenehmen Waldduft, der das Saunaerlebnis bereichert. Die Fichte aus Skandinavien oder dem Baltikum wächst langsam und ist dadurch dichter und harzärmer als heimische Fichte.
Aber: Fichte kann harzen, besonders bei neuen Saunen und bei Temperaturen über 80 °C. Harz tritt als klebrige Tropfen aus und ist auf der Haut unangenehm. Nach einigen Wochen Betrieb lässt das Harzen nach, aber ganz verschwinden wird es nie. Für Saunabänke (Sitzflächen) empfehle ich daher andere Holzarten. Für Wände und Decke ist Fichte ideal.
Espe (Aspe) – Das Bankholz
Espe ist ein Weichholz, das in Finnland traditionell für Saunabänke verwendet wird. Der Grund: Espe hat eine extrem niedrige Wärmeleitfähigkeit – das bedeutet, die Bankoberfläche fühlt sich auch bei 90 °C Saunatemperatur nicht unangenehm heiß an. Das klingt trivial, ist aber beim Saunieren ein enormer Komfortgewinn. Dazu ist Espe harzfrei, splittert nicht und hat eine helle, fast weiße Farbe.
Der Nachteil: Espe ist etwas weicher als Fichte und bekommt schneller Druckstellen. Außerdem ist sie teurer und weniger leicht verfügbar. Für Wandverkleidungen ist Espe unnötig teuer – hier reicht Fichte. Aber für Bänke, Kopfstützen und Rückenlehnen gibt es kaum etwas Besseres.
Hemlock – Das Premium-Holz
Hemlock (Westliche Hemlocktanne) stammt aus Kanada und ist das bevorzugte Holz der Premium-Hersteller Tylö und Klafs. Es ist komplett harzfrei, allergikerfreundlich und hat einen dezenten, fast neutralen Duft. Die Farbe ist gleichmäßig hell mit einer feinen, geraden Maserung – optisch sehr ansprechend. — mehr dazu in unserem Ratgeber Saunaholz richtig pflegen.
Hemlock isoliert gut, ist formstabil und verzieht sich weniger als Fichte. Für Menschen mit empfindlicher Haut oder Allergien ist es die erste Wahl. Der Preis liegt allerdings 60–100 % über dem von nordischer Fichte. Für eine komplett aus Hemlock gebaute Sauna zahlst du einen deutlichen Aufpreis – der sich aber durch die höhere Qualität und Langlebigkeit über die Jahre relativiert.
Zeder (Red Cedar) – Das Luxusholz
Rotzeder (Western Red Cedar) ist das edelste und teuerste Saunaholz. Es stammt aus den Urwäldern Kanadas und hat einzigartige Eigenschaften: Der intensive, aromatische Duft ist unverwechselbar und wird von vielen als therapeutisch empfunden. Zeder enthält natürliche Öle, die das Holz von Natur aus feuchtigkeitsresistent und schimmelabweisend machen. Es ist das langlebigste Saunaholz überhaupt.
Der Preis ist allerdings saftig: Zeder kostet 2–3 Mal so viel wie Fichte. Außerdem ist die rötlich-braune Farbe Geschmackssache – manche lieben sie, andere finden sie zu dunkel für eine Saunakabine. Für Außensaunen (Gartensaunen, Fasssaunen) ist Zeder eine hervorragende Wahl wegen ihrer natürlichen Witterungsbeständigkeit.
Vergleichstabelle: Saunaholz im Detail
| Eigenschaft | Nordische Fichte | Espe | Hemlock | Zeder |
|---|---|---|---|---|
| Harzgehalt | Mittel (harzt anfangs) | Harzfrei | Harzfrei | Harzfrei (natürliche Öle) |
| Duft | Waldig, intensiv | Neutral, sehr mild | Dezent, neutral | Aromatisch, intensiv |
| Wärmeleitfähigkeit | Mittel | Sehr niedrig (ideal für Bänke) | Niedrig | Niedrig |
| Farbe | Hellgelb bis honigfarben | Weiß bis cremefarben | Hellbraun, gleichmäßig | Rötlich-braun |
| Haltbarkeit | Gut (10–15 Jahre) | Mittel (8–12 Jahre) | Sehr gut (15–20 Jahre) | Exzellent (20+ Jahre) |
| Allergikereignung | Eingeschränkt (Harz) | Sehr gut | Sehr gut | Gut (Duft kann reizen) |
| Geeignet für Wände | ★★★★★ | ★★★☆☆ | ★★★★★ | ★★★★★ |
| Geeignet für Bänke | ★★☆☆☆ | ★★★★★ | ★★★★☆ | ★★★★☆ |
| Preis pro m² | 10–18 € | 18–28 € | 20–35 € | 35–55 € |
Welches Holz wofür? Meine Empfehlung
Wände und Decke
Für die Wand- und Deckenverkleidung empfehle ich nordische Fichte als Standard. Sie ist günstig, sieht schön aus und isoliert gut. Wer mehr Budget hat und ein harzfreies Holz bevorzugt, nimmt Hemlock. Zeder ist die Luxusoption – vor allem, wenn du den charakteristischen Duft liebst.
Bänke und Sitzflächen
Hier gibt es für mich nur eine Antwort: Espe (oder alternativ Abachi). Die niedrige Wärmeleitfähigkeit ist bei Sitzflächen, auf denen du mit nackter Haut sitzt, ein echter Gamechanger. Fichte als Bankholz kann bei hohen Temperaturen unangenehm heiß werden und außerdem harzen. Espe bleibt angenehm warm und klebt nicht.
Außensaunen und Fasssaunen
Für Außenanwendungen ist Zeder die beste Wahl: natürlich witterungsbeständig, schimmelresistent und extrem langlebig. Wenn Zeder zu teuer ist, funktioniert auch thermobehandelte Fichte (Thermoholz) – durch die Hitzebehandlung wird das Holz widerstandsfähiger gegen Feuchtigkeit und Schädlinge. — mehr dazu in unserem Ratgeber Dampfsperre und Materialschutz.
Für Allergiker
Wer empfindlich auf Harz oder intensive Düfte reagiert, sollte zu Hemlock oder Espe greifen. Beide sind harzfrei und geruchsneutral. Zeder hat zwar kein Harz, aber einen intensiven Eigenduft, der empfindliche Nasen reizen kann.
Kaufberatung: Saunaholz richtig auswählen
Worauf du beim Holzkauf achten solltest
Unabhängig von der Holzart gibt es Qualitätsmerkmale, die du prüfen solltest: Das Holz sollte technisch getrocknet sein (Restfeuchte unter 12 %). Astfreies oder astarmes Holz sieht nicht nur besser aus, sondern hat auch weniger Schwachstellen, an denen Harz austreten kann. Die Oberfläche sollte gehobelt und geschliffen sein – sägeraues Holz ist für Saunainnenräume nicht geeignet.
Holzpflege in der Sauna
Saunaholz wird grundsätzlich nicht lackiert, lasiert oder geölt. Jede Beschichtung würde bei Saunatemperaturen Schadstoffe ausgasen. Das Holz bleibt naturbelassen und pflegt sich weitgehend selbst: Die Hitze und das Schwitzen sorgen für eine natürliche Patina. Lediglich die Bänke solltest du gelegentlich mit feinem Schleifpapier (Körnung 120) abschleifen, um Verfärbungen zu entfernen.
Wie viel Holz brauche ich?
Für eine 2 × 2 Meter Sauna mit 2 Metern Höhe brauchst du etwa 20 m² Profilholz für Wände und Decke, plus ca. 5 m² Bankholz. Bestelle immer 10–15 % mehr als berechnet, um Verschnitt und mögliche fehlerhafte Bretter auszugleichen. Bei Fichte sind das Materialkosten von 200–350 €, bei Hemlock 400–700 €.
Mein Fazit
Für die meisten Saunabauer ist die Kombination Fichte für Wände und Decke plus Espe für die Bänke die beste Wahl: günstiger Gesamtpreis, bewährte Qualität und optimaler Komfort beim Sitzen. Wer mehr Budget hat und Wert auf Harzfreiheit legt, fährt mit Hemlock als Gesamtholz sehr gut. Und Zeder ist die Krönung für alle, die das Besondere lieben und bereit sind, dafür zu zahlen – besonders bei Außensaunen eine erstklassige Wahl. Am Ende gilt: Jedes der vier Hölzer funktioniert gut in der Sauna. Wähle das, was zu deinem Budget und deinen Ansprüchen passt. — mehr dazu in unserem Ratgeber Kellersauna einbauen.
Häufige Fragen
Harz tritt vor allem bei neuen Saunen und bei Temperaturen über 80 °C aus. Das ist bei Fichte normal und lässt nach einigen Wochen Betrieb (10–20 Aufheizzyklen) deutlich nach. Du kannst den Prozess beschleunigen, indem du die Sauna anfangs mehrmals auf hohe Temperatur aufheizt (ohne drin zu sitzen). Bereits ausgetretenes Harz lässt sich mit etwas Spiritus und einem Tuch entfernen. Bei hartnäckigen Stellen hilft vorsichtiges Abschleifen.
Ja, und das ist sogar empfehlenswert! Die gängigste Kombination ist Fichte für Wände und Decke (günstig, guter Duft) und Espe oder Abachi für die Bänke (heizt sich weniger auf, harzfrei). Manche mischen auch Hemlock-Wände mit Espe-Bänken für ein komplett harzfreies Erlebnis. Optisch kann die Kombination verschiedener Hölzer sehr reizvoll sein.
Thermoholz ist Holz (meist Fichte oder Kiefer), das bei 180–230 °C unter Dampf behandelt wird. Dadurch wird es formstabiler, feuchtigkeitsresistenter und dunkler in der Farbe. Für Innensaunen ist Thermoholz nicht nötig – normales Holz reicht. Für Außensaunen (Gartensauna, Fasssauna) ist es aber eine gute und günstigere Alternative zu Zeder, weil es deutlich witterungsbeständiger ist als unbehandeltes Holz.
Nein! Saunaholz im Innenraum darf nicht geölt, lackiert, lasiert oder gestrichen werden. Bei den hohen Temperaturen in der Sauna gasen Lacke und Öle Schadstoffe aus, die du einatmest. Das Holz bleibt naturbelassen. Einzige Ausnahme: Spezielle Sauna-Sitzplatzöle auf Paraffinbasis, die für den direkten Hautkontakt zugelassen sind – diese können die Bankflächen vor Verfärbungen durch Schweiß schützen.
Spezialisierte Saunaholz-Händler (online) bieten die größte Auswahl und die beste Qualität. Normale Baumärkte führen selten spezielles Saunaprofilholz. Für Fichte kannst du auch beim lokalen Holzhändler oder Sägewerk nach gehobeltem Profilholz in Saunaqualität (astarm, technisch getrocknet) fragen – das ist oft günstiger als Online-Bestellung. Hemlock und Zeder findest du fast ausschließlich online bei Fachhändlern.