Saunaöfen

Holz-Saunaofen vs. Elektro: Was lohnt sich mehr?

Holz oder Elektro – diese Frage spaltet die Sauna-Community wie kaum eine andere. Die einen schwören auf das Knistern des Holzfeuers und den authentischen Duft. Die anderen wollen einfach nur einen Schalter umlegen und saunieren. Ich habe beides über Jahre genutzt und kann dir aus eigener Erfahrung sagen: Beide haben ihre Berechtigung – für völlig unterschiedliche Nutzertypen. — mehr dazu in unserem Ratgeber Saunaofen im Test.

In diesem Vergleich stelle ich die Vor- und Nachteile beider Systeme ehrlich gegenüber und gebe dir konkrete Empfehlungen. Denn am Ende des Tages zählt nicht, was „besser“ ist, sondern was besser zu dir passt. Einen detaillierten Test der besten Elektroöfen findest du in meinem Saunaofen-Test 2026.

Holz-Saunaofen: Das Sauna-Erlebnis für Puristen

So funktioniert ein Holz-Saunaofen

Ein Holz-Saunaofen verbrennt Scheitholz in einer Brennkammer und überträgt die Wärme auf Saunasteine, die oben auf dem Ofen liegen. Der Rauch wird über ein Ofenrohr nach außen abgeführt. Die Temperatur regulierst du über die Menge und Häufigkeit des Nachlegens sowie über die Luftzufuhr. Es ist kein Stromanschluss nötig – nur Holz, Streichhölzer und Geduld.

Vorteile des Holzofens

  • Authentisches Sauna-Erlebnis – knisterndes Feuer, natürlicher Holzduft, echte finnische Tradition
  • Kein Stromanschluss nötig – ideal für abgelegene Gartensaunen und Fasssaunen
  • Unabhängig von Strompreisen – Brennholz ist oft günstiger, besonders auf dem Land
  • Sanftere Wärme – die Strahlungswärme des Feuers fühlt sich für viele angenehmer an als Konvektionswärme
  • Große Steinkapazität – viele Holzöfen fassen 30–50 kg Steine für hervorragende Aufgüsse

Nachteile des Holzofens

  • Aufheizzeit länger – 45–60 Minuten bis zur Betriebstemperatur
  • Regelmäßige Pflege – Asche entsorgen, Schornstein reinigen, Holz bevorraten
  • Temperaturregelung schwieriger – keine präzise Grad-Einstellung möglich
  • Schornsteinfeger-Abnahme Pflicht – zusätzliche Kosten und Auflagen
  • Rauchentwicklung – kann Nachbarn stören, besonders in Wohngebieten
  • Nicht für Innensaunen geeignet – braucht Schornstein und Frischluftzufuhr

Empfohlener Holz-Saunaofen

★ Holz-Tipp

HARVIA
M3 Holz-Saunaofen

Der Harvia M3 ist der beliebteste Holz-Saunaofen für den Heimbereich. Die kompakte Bauweise passt auch in kleinere Gartensaunen und Fasssaunen, und die Steinkapazität von 30 kg sorgt für ausgezeichnete Aufgüsse. Die Harvia-typische Verarbeitungsqualität und der faire Preis machen ihn zum Bestseller.

Heizleistung16,5 kW (Holz)
Kabinengröße6–13 m³
Steinmenge30 kg
Preis ca.399 €

Elektro-Saunaofen: Komfort auf Knopfdruck

So funktioniert ein Elektro-Saunaofen

Ein Elektro-Saunaofen erwärmt Heizelemente (Heizstäbe) mit elektrischem Strom. Die Hitze wird auf Saunasteine übertragen, die oben auf dem Ofen liegen. Die Temperatur lässt sich präzise per Regler oder App einstellen. Es wird kein Schornstein benötigt – nur ein Stromanschluss (230 V oder 400 V). — mehr dazu in unserem Ratgeber 230V-Saunaofen.

Vorteile des Elektroofens

  • Komfort – Einschalten, Temperatur einstellen, fertig. Manche Modelle sogar per App steuerbar
  • Präzise Temperaturregelung – gradgenau einstellbar, mit Timer und automatischer Abschaltung
  • Schnellere Aufheizzeit – 20–35 Minuten je nach Modell und Kabinengröße
  • Kein Schornstein nötig – ideal für Innensaunen in Keller und Badezimmer
  • Keine Rauchentwicklung – kein Ärger mit Nachbarn, keine Feinstaubbelastung
  • Wartungsarm – keine Asche, kein Schornstein, kein Holz bevorraten

Nachteile des Elektroofens

  • Stromanschluss erforderlich – ab 4,5 kW Starkstrom (400 V), Elektriker nötig
  • Stromkosten – 3–5 € pro Saunagang bei 8-kW-Ofen
  • Weniger Atmosphäre – kein Feuer, kein Knistern, kein Holzduft
  • Geringere Steinmenge bei Standardmodellen – 12–25 kg (Ausnahme: Harvia Cilindro mit 50 kg)
  • Abhängig vom Stromnetz – bei Stromausfall keine Sauna

Empfohlener Elektro-Saunaofen

★ Elektro-Tipp

HARVIA
Vega BC80 Elektro-Saunaofen

Der Harvia Vega ist mein Testsieger bei den Elektroöfen: zuverlässig, schnell aufgeheizt und mit 20 kg Steinkapazität aufgussfreundlich. Für 389 € bekommst du einen Ofen, der jahrelang problemlos läuft. Made in Finland – das merkt man.

Heizleistung8 kW (400 V)
Kabinengröße7–12 m³
Steinmenge20 kg
Preis ca.389 €

Direkter Vergleich: Holz vs. Elektro

Kriterium Holz-Saunaofen Elektro-Saunaofen
Aufheizzeit 45–60 Minuten 20–35 Minuten
Temperaturregelung Manuell (Holznachlegen) Präzise (Regler/App)
Kosten pro Sitzung 1–3 € (Holz) 3–5 € (Strom)
Anschaffungspreis Ofen 300–600 € 200–900 €
Installationskosten 100–200 € (Schornsteinfeger) 200–600 € (Elektriker)
Wartungsaufwand Hoch (Asche, Schornstein, Holz) Niedrig (Steine prüfen)
Atmosphäre Authentisch, traditionell Funktional, modern
Aufguss-Qualität Sehr gut (große Steinmenge) Gut (abhängig vom Modell)
Geeignet für Gartensauna, Fasssauna Innen- und Außensauna
Rauch/Emissionen Ja (Holzrauch) Nein
Genehmigung Schornsteinfeger-Abnahme Nur Elektriker für Anschluss

Meine Empfehlung: Wann Holz, wann Elektro?

Wähle einen Holzofen, wenn…

…du eine Gartensauna oder Fasssauna im Freien hast und das Ritual des Feueranmachens genau so sehr liebst wie das Saunieren selbst. Der Holzofen ist für Menschen, die Sauna als Entschleunigung verstehen: langsam aufheizen, dem Feuer zuhören, den Holzduft genießen. Wenn du keinen Stromanschluss im Garten hast, ist ein Holzofen außerdem die einzige Option.

Wähle einen Elektroofen, wenn…

…du eine Innensauna (Keller, Bad) hast oder maximalen Komfort willst. Der Elektroofen ist für alle, die nach einem langen Tag einfach nur schnell saunieren möchten – ohne Vorbereitungsaufwand. Für kompakte 2-Personen-Saunen mit 230-V-Anschluss ist Elektro sowieso die einzige Option. Und in Wohngebieten vermeidest du mit Elektro Ärger mit den Nachbarn wegen Rauch.

Kosten-Vergleich über 5 Jahre

Angenommen du saunierst 2x pro Woche (100 Sitzungen/Jahr):

Holzofen: Ofen 400 € + Schornsteinfeger 150 € + Holz (500 €/Jahr × 5) = ca. 3.050 € in 5 Jahren
Elektroofen: Ofen 400 € + Elektriker 400 € + Strom (400 €/Jahr × 5) = ca. 2.800 € in 5 Jahren

Der Kostenunterschied ist also gering. Die Entscheidung sollte sich nicht am Preis orientieren, sondern am gewünschten Erlebnis.

Mein Fazit

Wenn ich mich entscheiden müsste: Für die Innensauna im Keller würde ich immer den Harvia Vega Elektro nehmen – praktisch, zuverlässig, wartungsarm. Für die Gartensauna würde ich zum Harvia M3 Holzofen greifen – weil das Feuererlebnis im Freien einfach unschlagbar ist. Am Ende zählt: Die beste Sauna ist die, die du regelmäßig nutzt. Und das tust du am ehesten mit dem System, das zu deinem Alltag passt. — mehr dazu in unserem Ratgeber Stromanschluss-Ratgeber.

Häufige Fragen

Theoretisch ja, aber der Aufwand ist enorm: Du brauchst einen Schornstein, der durch die Decke und das Dach geführt wird, sowie eine Frischluftzufuhr. In den meisten Fällen ist das bei Innensaunen in Wohnhäusern nicht praktikabel. Für Innensaunen ist ein Elektroofen die deutlich sinnvollere Wahl.

Holzöfen haben in der Regel eine größere Steinmenge (30–50 kg), was zu einem sanfteren, gleichmäßigeren Aufgussdampf führt. Elektroöfen mit 20+ kg Steinen (wie der Harvia Vega mit 20 kg oder der Cilindro mit 50 kg) kommen aber sehr nah heran. Die Aufguss-Qualität hängt mehr von der Steinmenge als vom Ofentyp ab.

Das kommt auf die Betrachtung an. Holz ist ein nachwachsender Rohstoff und CO2-neutral, erzeugt aber Feinstaub und Rauch. Elektro-Öfen produzieren keine lokalen Emissionen, verbrauchen aber Strom (dessen CO2-Bilanz vom Strommix abhängt). Mit Ökostrom ist ein Elektro-Ofen die sauberere Wahl. Insgesamt ist der ökologische Unterschied aber gering. — mehr dazu in unserem Ratgeber Saunaholz im Vergleich.

Grundsätzlich ja, aber es ist mit Aufwand verbunden. Beim Wechsel von Holz auf Elektro musst du den Schornstein stilllegen und einen Stromanschluss legen lassen. Beim Wechsel von Elektro auf Holz brauchst du einen neuen Schornstein und die Abnahme durch den Schornsteinfeger. In beiden Fällen: rechne mit 500–1.000 € Umbaukosten. Überlege dir die Wahl also gut vor dem Kauf.

Beide Ofentypen halten bei guter Pflege 10–15 Jahre. Bei Elektroöfen müssen nach 8–12 Jahren eventuell die Heizstäbe getauscht werden (ca. 50–100 €). Holzöfen können durch Rost an der Brennkammer verschleißen – Edelstahll-Modelle halten länger als einfache Stahlmodelle.