Eine eigene Sauna im Keller oder im Badezimmer – das klingt nach Luxus, ist aber mittlerweile für viele Haushalte realistisch. Ich habe in den letzten Monaten sechs der beliebtesten Heimsaunen getestet und verglichen. Dabei ging es mir nicht nur um die technischen Daten, sondern vor allem um das Saunaerlebnis: Wie gleichmäßig verteilt sich die Hitze? Wie schnell ist die Kabine auf Temperatur? Und lohnt sich der Aufpreis für Premium-Marken wirklich?
In diesem Test findest du meinen ehrlichen Vergleich – mit allen Stärken und Schwächen. Denn mal ehrlich: Nicht jede Sauna, die gut aussieht, hält auch, was sie verspricht. Mein persönlicher Favorit hat mich überrascht, weil ich vorher eine ganz andere Marke im Kopf hatte.
Die 6 besten Heimsaunen im Test 2026
Die Karibu Sahara ist mein Testsieger – und das nicht ohne Grund. Die 38-mm-Massivholzwände aus nordischer Fichte speichern die Wärme hervorragend, und der 9-kW-Ofen bringt die Kabine in knapp 25 Minuten auf 80 °C. Besonders gut gefällt mir die durchdachte Belüftung: Die Hitze verteilt sich gleichmäßig, ohne dass es oben brüllend heiß und unten kühl ist.
- Gleichmäßige Wärmeverteilung dank intelligenter Luftführung
- Robuste 38-mm-Massivholzwände
- Aufbauanleitung verständlich, zu zweit in ca. 4 Stunden machbar
- Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis im Massivholz-Segment
- Glastür könnte etwas dicker sein (6 mm statt 8 mm)
- Saunaofen muss separat bestellt werden
- Holz riecht anfangs stark – braucht 2–3 Aufheizzyklen
Die Weka Lars ist der Einstieg in die Saunawelt, ohne direkt das Konto zu sprengen. Für unter 1.800 Euro bekommst du eine solide Elementsauna mit 68-mm-Wandstärke. Klar, die Holzqualität reicht nicht an die Karibu heran, aber für den Preis ist das Ergebnis wirklich ordentlich. Mir ist aufgefallen, dass die Aufheizzeit etwas länger dauert – plane etwa 35 Minuten ein.
- Sehr guter Einstiegspreis für eine vollwertige Sauna
- Einfacher Aufbau durch Elementbauweise
- Kompakte Maße – passt auch in kleinere Kellerräume
- Biokombi-Ofen optional erhältlich
- Holzqualität bei Lieferung teilweise mit kleinen Macken
- Aufheizzeit länger als bei Massivholzsaunen
- Dünne Bänke – Upgrade auf Abachi-Holz empfehlenswert
Wenn du eine Ecke im Keller optimal nutzen willst, ist die Woodfeeling Anja eine schlaue Wahl. Das Eckdesign spart Platz und bietet trotzdem genug Raum für die ganze Familie. Die Verarbeitung ist gut, wenn auch nicht ganz auf dem Niveau von Karibu. Was mich persönlich begeistert hat: Durch die Eckform entsteht ein überraschend großzügiges Raumgefühl.
- Eckbauweise nutzt toten Raum optimal
- Großzügiges Platzangebot trotz kompakter Grundfläche
- Ganzglasfront sorgt für offenes Raumgefühl
- Inkl. Dachkranz mit LED-Beleuchtung
- Aufbau zu zweit etwas fummelig wegen Eckverbindungen
- LED-Steuerung mit separater Fernbedienung gewöhnungsbedürftig
- Glasfront beschlägt schnell von außen
Tylö ist eine schwedische Premium-Marke, und das merkt man der Harmony sofort an. Die Materialqualität ist hervorragend, die Passgenauigkeit der Elemente fast schon beängstigend gut. Der hauseigene Tylö Sense Sport Ofen gehört zu den besten am Markt – leise, präzise steuerbar und mit sehr angenehmem Dampf. Der Preis ist allerdings saftig, und nicht jeder wird den Mehrwert gegenüber einer gut ausgestatteten Karibu spüren.
- Erstklassige Verarbeitung und Materialqualität
- Tylö Sense Sport Ofen mit Touchscreen-Steuerung
- Extrem leiser Betrieb
- Hemlock-Holz duftet dezent und harzt nicht
- Hoher Preis – fast doppelt so teuer wie vergleichbare deutsche Modelle
- Ersatzteile nur über Tylö-Händler beziehbar
- Lieferzeit teilweise 6–8 Wochen
Harvia kennt man vor allem als Ofen-Hersteller, und das zeigt sich auch bei der Virta Comfort. Der mitgelieferte Harvia Virta HL70 Ofen ist ein Traum: schnelle Aufheizzeit, präzise Temperaturregelung und eine Steinmenge, die für ordentlich Dampf sorgt. Die Kabine selbst ist solide, aber nicht ganz so hübsch verarbeitet wie bei Tylö. Für mich persönlich trotzdem einer der Favoriten, weil der Ofen einfach das Herzstück jeder Sauna ist.
- Hervorragender Harvia Virta HL70 Ofen inklusive
- Schnelle Aufheizzeit (ca. 20 Minuten auf 80 °C)
- Große Steinkapazität für viel Dampf
- Finnische Saunatradition spürbar
- Kabinendesign eher funktional als elegant
- Anleitung teilweise nur auf Englisch und Finnisch
- Tür schließt nicht hundertprozentig dicht
Klafs ist der Mercedes unter den Saunaherstellern, und die Easy ist sozusagen die A-Klasse: der Einstieg in die Klafs-Welt. Trotzdem bekommst du hier eine Qualität, die deutlich über dem Durchschnitt liegt. Die Passgenauigkeit ist perfekt, das Design schlicht-modern, und die Steuerung per App funktioniert tatsächlich reibungslos – was man nicht von jeder Smart-Sauna behaupten kann. Der Preis ist natürlich Klafs-typisch hoch.
- Herausragendes Design und Verarbeitungsqualität
- App-Steuerung (Klafs Sauna App) funktioniert zuverlässig
- Hemlock-Holz allergikerfreundlich und harzfrei
- 5 Jahre Garantie auf die Kabine
- Deutlich teurer als vergleichbare Modelle anderer Hersteller
- Montageservice empfohlen (zusätzliche Kosten)
- Nicht alle Konfigurationen online bestellbar
Vergleichstabelle: Alle 6 Heimsaunen auf einen Blick
| Modell | Heizleistung | Personen | Innenmaße (cm) | Holzart | Preis ca. |
|---|---|---|---|---|---|
| Karibu Sahara ★ | 9 kW | 3–4 | 196 × 196 × 198 | Nordische Fichte | 2.499 € |
| Weka Lars | 7,5 kW | 2–3 | 178 × 178 × 199 | Nordische Fichte | 1.749 € |
| Woodfeeling Anja | 9 kW | 3–4 | 210 × 184 × 202 | Nordische Fichte | 2.199 € |
| Tylö Harmony | 8 kW | 2–3 | 185 × 160 × 200 | Hemlock / Espe | 4.890 € |
| Harvia Virta | 8 kW | 2–3 | 180 × 170 × 200 | Fichte / Espe | 3.490 € |
| Klafs Easy | 7,5 kW | 2–3 | 186 × 160 × 204 | Hemlock | 5.990 € |
Kaufberatung: Worauf du bei einer Heimsauna achten solltest
Raumgröße & Stellplatz
Bevor du dich in die Modellauswahl stürzt, miss deinen Raum genau aus. Als Faustregel gilt: Plane mindestens 30 cm Abstand zur Wand auf jeder Seite ein, damit die Luft zirkulieren kann und du bei der Montage nicht verzweifelst. Ich habe den Fehler gemacht, beim ersten Mal zu knapp zu kalkulieren, und musste die halbe Kabine nochmal auseinanderbauen.
Die Deckenhöhe ist ebenfalls entscheidend. Mindestens 210 cm sollten es sein, besser 230 cm. Bei niedrigeren Decken staut sich die Hitze direkt über dem Kopf, und das Saunaerlebnis leidet spürbar.
Holzart: Fichte, Hemlock oder Espe?
Nordische Fichte ist der Klassiker bei deutschen Herstellern wie Karibu und Weka. Sie duftet angenehm nach Wald, ist preisgünstig und robust. Nachteil: Sie kann anfangs harzen, besonders bei höheren Temperaturen.
Hemlock-Tanne (verwendet bei Tylö und Klafs) ist harzfrei, allergikerfreundlich und hat eine feine, gleichmäßige Maserung. Sie duftet dezenter und gilt als langlebiger – kostet aber auch entsprechend mehr.
Espe wird oft für Saunabänke verwendet, weil sie sich nicht so stark aufheizt. Als Wandmaterial findest du sie bei Premium-Modellen. Sie hat eine helle, fast weiße Farbe und harzt überhaupt nicht.
Saunaofen: Das Herz der Sauna
Der Ofen ist das Herzstück jeder Sauna, und hier solltest du nicht sparen. Als Richtwert gilt: 1 kW pro Kubikmeter Kabinevolumen. Eine Kabine mit 6 m³ braucht also mindestens einen 6-kW-Ofen, besser 7–8 kW für schnelleres Aufheizen.
Für den Heimgebrauch haben sich elektrische Saunaöfen durchgesetzt. Modelle bis 4,5 kW laufen an einer normalen Steckdose (230 V). Alles darüber braucht einen Starkstromanschluss (400 V) – das muss ein Elektriker machen, keine Diskussion.
Wenn du gerne Aufgüsse machst, achte auf eine ausreichende Steinkapazität. 20 kg Saunasteine sind das Minimum für vernünftigen Dampf. Die Harvia Virta glänzt hier mit 50 kg Steinkapazität – das macht sich bei jedem Aufguss bemerkbar.
Stromanschluss & laufende Kosten
Ein 8-kW-Ofen verbraucht bei einer zweistündigen Saunasession etwa 12–16 kWh. Bei einem Strompreis von 30 Cent pro kWh kostet dich ein Saunagang also zwischen 3,60 € und 4,80 €. Das klingt erstmal viel, relativiert sich aber schnell, wenn du es mit Eintrittspreisen in öffentlichen Saunen vergleichst.
Mein Fazit
Für die meisten Haushalte ist die Karibu Sahara die beste Wahl: solide Qualität, faire Preise und ein Saunaerlebnis, das sich nicht hinter deutlich teureren Modellen verstecken muss. Wer aufs Budget schauen muss, greift zur Weka Lars – die tut, was sie soll, ohne Schnickschnack. Und wer das Beste vom Besten will und bereit ist, dafür zu zahlen, wird mit der Klafs Easy oder der Tylö Harmony glücklich.
Letztlich gilt: Die beste Sauna ist die, die du regelmäßig nutzt. Kauf lieber ein Modell, das zu deinem Platz und Budget passt, als ein überdimensioniertes Premium-Gerät, das dann nur rumsteht.
Häufige Fragen
In den meisten Bundesländern brauchst du für eine Heimsauna im Innenbereich keine Baugenehmigung. Sie gilt als technische Einrichtung, ähnlich wie eine Badewanne. Wenn du die Sauna im Garten aufstellst, können andere Regeln gelten – hier lohnt sich ein kurzer Anruf beim Bauamt. In jedem Fall solltest du den Stromanschluss von einem Fachbetrieb ausführen lassen.
Gute Heimsaunen beginnen bei etwa 1.500 € für eine solide Elementsauna (z. B. Weka Lars). Massivholzsaunen von Karibu oder Woodfeeling liegen zwischen 2.000 € und 3.000 €. Premium-Modelle von Tylö, Harvia oder Klafs kosten 3.500 € bis 8.000 €. Dazu kommen Kosten für den Saunaofen (300–1.200 €), die Elektroinstallation (200–600 €) und Zubehör wie Saunasteine, Aufgusskübel und Thermometer (50–200 €).
Mit zwei Personen solltest du für eine Elementsauna 3–5 Stunden einplanen, für eine Massivholzsauna 5–8 Stunden. Die meisten Hersteller liefern vormontierte Wandelemente, sodass du kein Profi-Handwerker sein musst. Hilfreich sind ein Akkuschrauber, eine Wasserwaage und etwas Geduld. Der Stromanschluss muss danach noch vom Elektriker gemacht werden.
Am besten eignen sich Fliesen oder Vinylboden – beides ist feuchtigkeitsresistent und leicht zu reinigen. Teppich oder Laminat sind tabu, da die Feuchtigkeit aus der Sauna den Boden auf Dauer zerstört. Wenn dein Keller nur einen Betonboden hat, reicht auch eine einfache Fliesen- oder PVC-Schicht unter und um die Sauna herum.
Nach jeder Nutzung solltest du die Sauna kurz durchlüften und die Bänke mit einem feuchten Tuch abwischen. Einmal im Monat empfiehlt sich eine gründlichere Reinigung der Bänke mit einem speziellen Sauna-Reiniger oder einer milden Seifenlösung. Die Saunasteine solltest du einmal im Jahr kontrollieren und gebrochene Steine austauschen. Holzflächen kannst du bei Bedarf leicht abschleifen, um Verfärbungen zu entfernen.