Selbstbau

Sauna selber bauen: Schritt-für-Schritt Anleitung

Eine Sauna selber bauen – das klingt nach einem gewaltigen Projekt, ist aber für halbwegs erfahrene Heimwerker absolut machbar. Ich habe meine zweite Heimsauna komplett selbst gebaut und dabei rund 40 % gegenüber einer vergleichbaren Fertigkabine gespart. In dieser Anleitung zeige ich dir jeden Schritt, von der Planung bis zum ersten Aufguss.

Ehrlich gesagt: Der Selbstbau ist kein Wochenendprojekt. Plane mindestens 3–5 Wochenenden ein, je nach deiner Erfahrung und der Größe der Kabine. Aber das Ergebnis ist eine Sauna, die exakt zu deinem Raum passt, genau so aussieht, wie du es willst, und auf die du verdammt stolz sein kannst. Wenn dir der Selbstbau zu aufwändig ist, findest du in meinem Artikel zu günstigen Heimsaunen unter 1.500 Euro fertige Alternativen.

Planung: Bevor du anfängst

Standort festlegen

Der wichtigste Schritt überhaupt. Der Raum muss trocken sein, eine Mindesthöhe von 220 cm haben und über einen Starkstromanschluss (oder eine normale Steckdose bei kleinen Öfen) verfügen. Ideal sind Keller, Dachboden oder ein separater Raum. Wenn du deine Sauna im Keller einbauen möchtest, achte besonders auf die Belüftung und Feuchtigkeit. Der Boden sollte gefliest oder anderweitig feuchtigkeitsbeständig sein.

Maße festlegen

Eine Sauna für 2 Personen sollte innen mindestens 150 × 150 cm groß sein. Für 3–4 Personen plane 200 × 200 cm. Die Innenhöhe der Kabine sollte 200–210 cm betragen. Zeichne die Maße maßstabsgetreu auf und prüfe, ob die Saunabänke, der Ofen und die Tür reinpassen. Vergiss nicht den Abstand zur Raumwand (mindestens 5–10 cm auf jeder Seite).

Werkzeugliste

Benötigtes Werkzeug:

  • Akkuschrauber mit Bits
  • Kreissäge oder Handkreissäge
  • Stichsäge (für Ausschnitte)
  • Wasserwaage (mind. 60 cm)
  • Zollstock und Bleistift
  • Gummihammer
  • Tackergerät (für Dampfsperre)
  • Alu-Klebeband (für Dampfsperre)
  • Cuttermesser
  • Schraubzwingen

Materialkostenschätzung

Material Menge (2×2m Sauna) Kosten ca.
Rahmenhölzer (KVH 60×40 mm) ca. 50 lfm 80–120 €
Dämmung (Mineralwolle 60 mm) ca. 15 m² 60–90 €
Dampfsperre (Alufolie) ca. 20 m² 40–80 €
Profilholz innen (Fichte/Espe) ca. 20 m² 200–400 €
Saunaofen (6–8 kW) 1 Stück 250–600 €
Saunatür (Glas oder Holz) 1 Stück 150–350 €
Bankholz (Espe oder Abachi) ca. 5 m² 100–200 €
Schrauben, Winkel, Kleinteile diverse 30–60 €
Belüftungsgitter (Zuluft/Abluft) 2 Stück 15–30 €
Gesamt 925–1.930 €

Schritt 1: Rahmenbau

Der Rahmen ist das Skelett deiner Sauna. Verwende gehobelte Kanthölzer (KVH) in 60 × 40 mm für die Ständer und Querriegel. Die Ständer werden im Abstand von 60 cm aufgestellt – das passt genau zur Breite der Dämmmatten. Der Rahmen muss absolut lotrecht und im Winkel stehen – nimm dir hier die Zeit und arbeite mit der Wasserwaage.

Befestige den Rahmen am Boden mit Winkeln und Schrauben. An der Decke verwendest du ebenfalls Winkel, die in die Deckenbalken geschraubt werden. Wenn du eine freitragende Deckenkonstruktion baust, musst du eine Unterkonstruktion aus stärkeren Balken (80 × 60 mm) verwenden.

Wichtig: Verwende ausschließlich Edelstahlschrauben oder verzinkte Schrauben. Normale Stahlschrauben rosten in der feuchten Saunaluft innerhalb weniger Monate und hinterlassen hässliche Rostflecken auf dem Holz.

Schritt 2: Dämmung einbringen

In die Felder zwischen den Rahmenhölzern kommen Mineralwollmatten (60 mm stark). Schneide sie passgenau zu – sie sollten leicht klemmen, ohne zu stark zusammengedrückt zu werden. Die Dämmung verhindert, dass Wärme nach außen entweicht, und sorgt für eine schnellere Aufheizzeit. Ohne Dämmung brauchst du deutlich mehr Ofenleistung und Strom.

Schritt 3: Dampfsperre anbringen

Die Dampfsperre ist einer der kritischsten Schritte beim Saunabau. Sie wird auf der warmen Seite (Saunainnenraum) über die Dämmung getackert. Verwende Aluminium-Dampfsperrefolie oder alukaschiertes Sperrpapier. Alle Stöße müssen mit Alu-Klebeband sorgfältig verklebt werden – jede noch so kleine Lücke lässt Feuchtigkeit in die Dämmung, was zu Schimmel und Fäulnis führt.

Wichtig: An den Anschlüssen zu Boden, Decke und angrenzenden Wänden muss die Dampfsperre sauber abgedichtet werden. Hier passieren die meisten Fehler. Nimm dir für diesen Schritt doppelt so viel Zeit wie geplant – es lohnt sich.

Schritt 4: Innenverkleidung

Auf die Dampfsperre kommt die Innenverkleidung aus Profilholz (Nut und Feder). Für die Wände eignet sich nordische Fichte (günstig, duftet) oder Hemlock (harzfrei, teurer). Die Bretter werden waagerecht montiert, beginnend von unten. Achte darauf, dass das Holz nicht direkt auf der Alufolie aufliegt – montiere zunächst eine Konterlattung (20 × 40 mm), damit eine Hinterlüftung entsteht.

Schritt 5: Saunaofen installieren

Der Ofen wird nach den Vorgaben des Herstellers an der Wand befestigt. Halte die Mindestabstände zu Holzflächen unbedingt ein (typisch: 10–15 cm zu den Seiten, 50 cm nach vorne). Die Elektroinstallation erfordert meist einen 400V-Starkstromanschluss, der von einem zugelassenen Elektriker hergestellt werden muss – daran gibt es nichts zu rütteln. Fülle die Saunasteine locker in den Steinkorb, ohne die Heizelemente zu beschädigen.

Schritt 6: Bänke bauen

Für die Saunabänke verwende Espe oder Abachi – beide Hölzer heizen sich weniger stark auf als Fichte und sind angenehm auf der Haut. Die obere Bank sollte auf einer Höhe von 100–110 cm sitzen, die untere bei 40–50 cm. Die Banklatten (ca. 25 × 80 mm) werden mit 8–10 mm Abstand montiert, damit Luft zirkulieren kann. Verschraube die Latten von unten, damit keine heißen Schraubenköpfe an der Sitzfläche sind.

Schritt 7: Tür einbauen

Die Saunatür ist ein Spezialteil, das du kaufen musst – selbst bauen lohnt sich nicht. Glastüren sind Standard bei modernen Saunen und lassen Licht in die Kabine. Achte auf eine Breite von mindestens 60 cm (besser 70 cm) und darauf, dass die Tür nach außen öffnet – Sicherheitsvorschrift. Dichtungen aus Silikon sorgen dafür, dass die Wärme nicht entweicht.

Schritt 8: Erstbetrieb

Vor dem ersten richtigen Saunagang heize die Kabine 2–3 Mal auf volle Temperatur auf, ohne drin zu sitzen. Das trocknet die Restfeuchtigkeit aus Holz und Dämmung und lässt den Holzgeruch verfliegen. Beim ersten Mal die Tür einen Spalt offen lassen, damit die Feuchtigkeit entweichen kann. Nach dem dritten Aufheizen eine Dichtheitsprüfung machen: Tür zu, alle Lüftungen schließen und prüfen, ob irgendwo spürbar Luft entweicht.

Tipp: Hänge beim Erstbetrieb ein Thermometer auf verschiedene Höhen und prüfe die Temperaturverteilung. Oben (Bankhöhe) sollte es 80–90 °C warm sein, unten am Boden deutlich kühler (30–40 °C). Wenn die Differenz sehr gering ist, stimmt die Belüftung gut.

Mein Fazit

Eine Sauna selber zu bauen ist ein anspruchsvolles, aber lohnendes Projekt. Du sparst gegenüber einer Fertigkabine bis zu 40 % und bekommst eine Sauna, die perfekt zu deinem Raum passt. Die kritischsten Punkte sind die Dampfsperre (sorgfältig arbeiten!) und der Stromanschluss (Elektriker beauftragen!). Wenn du diese beiden Punkte ernst nimmst und die Anleitung Schritt für Schritt befolgst, steht deinem selbstgebauten Saunatraum nichts im Weg.

Häufige Fragen

Für eine 2×2-Meter-Sauna solltest du mit Materialkosten von 900 bis 1.900 Euro rechnen, je nach Holzwahl und Ofenqualität. Dazu kommen die Kosten für den Elektriker (200–600 Euro). Im Vergleich: Eine gleichwertige Fertigkabine kostet 2.000 bis 3.500 Euro. Du sparst also 30–40 Prozent – bezahlt mit deiner Arbeitszeit.

Plane 3 bis 5 Wochenenden ein (ca. 40–80 Arbeitsstunden). Der Rahmenbau und die Dämmung dauern am längsten, die Verkleidung und der Bankbau gehen vergleichsweise schnell. Die meisten Verzögerungen entstehen durch Materialbestellungen und Trocknungszeiten. Mit einem Helfer geht es deutlich schneller.

Für die Wand- und Deckenverkleidung ist nordische Fichte die günstigste und am leichtesten verfügbare Option. Sie duftet angenehm, kann aber anfangs leicht harzen. Hemlock (harzfrei) und Zedernholz (natürliche Resistenz gegen Feuchtigkeit) sind Premium-Optionen. Für die Bänke nimm Espe oder Abachi – diese Hölzer heizen sich weniger stark auf. Einen ausführlichen Vergleich findest du in meinem Saunaholz-Vergleich.

Eine behördliche Abnahme ist für eine Innenraum-Sauna in der Regel nicht erforderlich. Der Starkstromanschluss muss aber von einem zugelassenen Elektriker installiert und dokumentiert werden. Für den Versicherungsschutz ist es ratsam, die fertige Sauna und den Stromanschluss zu dokumentieren (Fotos) und die Elektrikerrechnung aufzubewahren. Informiere auch deine Gebäudeversicherung über die Sauna.

Wenn du grundlegende Holzbearbeitung beherrschst (Sägen, Schrauben, Messen), ist der Saunabau machbar. Die schwierigsten Schritte sind der Rahmenbau (muss exakt im Lot sein) und die Dampfsperre (muss lückenlos sein). Wenn du dir bei diesen Schritten unsicher bist, hole dir für einen Tag einen erfahrenen Handwerker dazu. Den Rest schaffst du alleine oder mit einem Helfer.