Pflege & Wartung

Saunaofen warten: Steine wechseln und Heizstäbe prüfen

Der Saunaofen ist das Herz deiner Sauna – und wie jedes Herz braucht er regelmäßige Pflege. Ich habe meinen ersten Ofen nach drei Jahren kaputt bekommen, weil ich die Wartung vernachlässigt habe: verwitterte Steine blockierten die Luftzirkulation, ein Heizstab brannte durch, und die Reparatur kostete mehr als ein neuer Ofen. Damit dir das nicht passiert, habe ich diesen Wartungsratgeber geschrieben.

Die gute Nachricht: Saunaofen-Wartung ist kein Hexenwerk. Die meisten Arbeiten kannst du selbst erledigen. Nur für elektrische Prüfungen brauchst du einen Fachmann.

Saunasteine: Wann und wie wechseln?

Lebensdauer der Steine

Saunasteine halten je nach Nutzungshäufigkeit und Steinart 1–3 Jahre. Bei wöchentlichem Saunieren rechne mit einem Austausch alle 1–2 Jahre. Die Steine werden durch die ständigen Temperaturwechsel (Aufheizen auf 300–500 °C, dann Abkühlung durch Aufgusswasser) mürbe und zerfallen.

Woran erkenne ich, dass die Steine getauscht werden müssen?

  • Die Steine sind sichtbar zerbrochen oder zerbröseln beim Anfassen
  • Steingrus (feiner Sand) hat sich im und unter dem Ofen angesammelt
  • Die Steine sind zusammengebacken und lassen keine Luft mehr durch
  • Der Aufguss verdampft nicht mehr gleichmäßig
  • Der Ofen braucht spürbar länger zum Aufheizen

Steine richtig wechseln

  1. Ofen komplett abkühlen lassen – nie an warmen Steinen arbeiten!
  2. Alte Steine entnehmen – Handschuhe tragen, da scharfe Kanten entstehen können.
  3. Ofeninneres reinigen – Steingrus und Staub absaugen. Heizstäbe vorsichtig von Ablagerungen befreien.
  4. Neue Steine locker schichten – die Luft muss zwischen den Steinen zirkulieren können. Nicht zu dicht packen!
  5. Größere Steine nach unten, kleinere nach oben. Die Steine sollten die Heizstäbe nicht einklemmen.
  6. Erstaufheizen – neuen Steinen einmal ohne Aufguss auf maximaler Temperatur einbrennen lassen.
Tipp: Olivindiabasit-Steine (auch Peridotit genannt) halten am längsten und vertragen Temperaturwechsel am besten. Sie kosten etwas mehr als einfache Granitsteine, sparen aber langfristig Geld und Arbeit. Mehr dazu in unserem Saunasteine-Test.

Heizstäbe prüfen

Visuelle Kontrolle

Wenn du die Steine zum Wechseln entnimmst, nutze die Gelegenheit, die Heizstäbe zu kontrollieren. Achte auf:

  • Verfärbungen: Leichte Oxidation (dunkle Färbung) ist normal. Starke Aufblähungen oder weiße Stellen deuten auf Überhitzung hin.
  • Verformungen: Heizstäbe sollten gerade sein. Verbogene Stäbe können sich berühren und einen Kurzschluss verursachen.
  • Brüche: Sichtbar gebrochene oder durchgebrannte Heizstäbe müssen sofort ersetzt werden.

Elektrische Prüfung

Alle 2–3 Jahre empfehle ich eine elektrische Prüfung durch einen Fachmann. Dabei wird der Isolationswiderstand der Heizstäbe gemessen und die gesamte elektrische Anlage auf Sicherheit geprüft. Kosten: ca. 80–150 €. Das klingt viel, ist aber billiger als ein durchgebrannter Heizstab oder ein Kabelbrand.

Wichtig: Arbeite niemals selbst an den elektrischen Komponenten des Saunaofens. Das ist lebensgefährlich und darf nur von einem Elektrofachbetrieb durchgeführt werden.

Steuerung kalibrieren

Die Ofensteuerung misst die Kabinentemperatur über einen Fühler, der an der Kabinendecke montiert ist. Mit der Zeit kann dieser Fühler ungenau werden. Wenn du das Gefühl hast, dass die angezeigte Temperatur nicht mehr stimmt, vergleiche mit einem separaten Sauna-Thermometer. Bei Abweichungen von mehr als 5 °C sollte der Fühler getauscht oder die Steuerung kalibriert werden – das kann bei den meisten Modellen der Hersteller oder ein Elektriker erledigen.

Wartungsplan: Übersicht

Intervall Maßnahme Aufwand Selbst machbar?
Monatlich Steine auf Zustand prüfen, lose Steine umschichten 10 Min. Ja
Halbjährlich Steingrus absaugen, Steine locker umschichten 20 Min. Ja
1–2 Jahre Steine komplett erneuern 30 Min. Ja
2–3 Jahre Elektrische Prüfung durch Fachmann 1 Std. Nein (Elektriker)
5–8 Jahre Heizstäbe austauschen (bei Verschleiß) 1–2 Std. Nein (Elektriker)

Mein Fazit

Saunaofen-Wartung ist einfacher, als die meisten denken. Der wichtigste Punkt: Saunasteine regelmäßig prüfen und rechtzeitig wechseln. Das schützt die Heizstäbe, sorgt für bessere Aufgüsse und verlängert die Lebensdauer deines Ofens erheblich. Die jährlichen Kosten für neue Steine liegen bei 20–40 € – das ist gut investiertes Geld. Und alle paar Jahre eine elektrische Prüfung vom Fachmann ist Pflicht für die Sicherheit. Mehr zur allgemeinen Saunapflege findest du in meinem Ratgeber Sauna reinigen.

Übrigens: Wenn du gerade erst einen Saunaofen anschaffst und keinen Starkstromanschluss hast, lohnt sich ein Blick auf Saunaöfen mit 230V-Anschluss – diese Modelle brauchen ebenfalls regelmäßige Wartung, sind aber in der Installation deutlich unkomplizierter. Bei der Auswahl passenden Zubehörs für deine Saunagänge hilft dir unser Aufguss-Set Vergleich weiter, denn die richtige Dosierung des Aufgusswassers schont auch die Steine.

Häufige Fragen

Bei wöchentlichem Saunieren alle 1–2 Jahre, bei täglichem Saunieren (z.B. in gewerblichen Saunen) alle 6–12 Monate. Olivindiabasit-Steine halten etwas länger als günstigere Varianten. Prüfe die Steine monatlich und tausche sie aus, sobald viele zerbrochen sind.

Nein, den Austausch der Heizstäbe sollte immer ein Elektrofachbetrieb übernehmen. Die Heizstäbe sind an die Hochspannungsversorgung angeschlossen, und fehlerhafte Installation kann zu Kurzschlüssen oder Bränden führen. Die Kosten für den Austausch liegen bei 150–400 € inklusive Material.

Bei normaler Heimnutzung (2–3 Mal pro Woche) halten Heizstäbe 5–8 Jahre. Die Lebensdauer hängt von der Steinpflege ab: Wenn zerbrochene Steine die Luftzirkulation blockieren, überhitzen die Heizstäbe und verschleißen schneller. Regelmäßiger Steinwechsel verlängert also auch die Lebensdauer der Heizstäbe.

Olivindiabasit (Peridotit) gilt als der beste Saunastein: Er speichert Wärme hervorragend, verträgt extreme Temperaturwechsel und hält am längsten. Vulkanit und Granit sind günstigere Alternativen, halten aber kürzer. Speckstein speichert Wärme am besten, ist aber teuer. Einen ausführlichen Vergleich findest du in unserem Saunasteine-Test.